Duisburg: Museum in der Lagerhalle
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 29.11.2007Duisburg (RPO). Die Exponate des Kindermuseums wurden bei ihrer Anschaffung mit 3,2 Millionen Mark von der Bundesumweltstiftung gefördert, die daran Auflagen knüpfte. Bis Mitte Dezember soll eine Entscheidung fallen.
Exponate von mehr als fünf Millionen Mark lagern zurzeit in einer unscheinbaren Halle an der Falkstraße in Neudorf. „Sie werden nicht dadurch nicht schöner“, meint die SPD-Landtagsabgeordnete und erklärte Anhängerin des Atlantis-Kindermuseums. Die Ausstellungsstücke von Atlantis mussten Anfang des Monats aus dem Werhahnspeicher, damit die SMG Entertainments Vorbereitungen für den Einzug von Lego Discovery treffen konnte.
Dornröschenschlaf
Was passiert nun mit den Exponaten? Geht es nach Atlantis-Geschäftsführer Hans Ulrich Schmerer, sollen sie schon bald wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen: „Zurzeit werden sie mobil gemacht, damit sie an neuer Stelle wieder zum Einsatz kommen.“ Schmerer ist überzeugt davon, dass es mit dem Kindermuseum weiter geht: „Bis zum 15. Dezember wird es definitiv eine Entscheidung geben. Dabei würden wir nach wie vor am liebsten ins Theater am Marientor wechseln. Aber wir verhandeln auch parallel mit anderen möglichen Standorten.“ Eile scheint geboten. Denn das Inventar des Kindermuseums ist vor der Eröffnung maßgeblich mit Geld der Bundesumweltstiftung finanziert worden. „Von den fünf Millionen Mark hat die Stiftung immerhin 3,2 Millionen Mark übernommen. Lediglich 1,6 Millionen Mark wurden an Eigenanteil übernommen“, erinnert sich Gisela Walsken. Der Knackpunkt: Eine Stiftung verschenkt nicht einfach Geld, sondern verbindet die Zuwendung mit Auflagen. Dem Zweck der Bundesumweltstiftung entsprechend sollte der Naturschutzgedanke im Kindermuseum eine wichtige Rolle spielen. Die spielte der Naturschutz auch – so lange Atlantis geöffnet war. Wenn die teuer geförderten Exponate wie das große Schiff, das alleine schon mehrere Tausend Euro gekostet hat allerdings in einer Halle liegen, kann dieser Zweck schlecht erreicht werden.
Die Frage ist daher, wie lange sich die Bundesumweltstiftung dies mit ansehen will, bevor sie auf ihre damaligen Auflagen verweist. Wenn es nach Schmerer geht, nicht mehr lange. Er setzt weiter darauf, dass die SMG Entertainments und die Kölner AWC AG als Museumsbetreiber ihre Tätigkeit in ähnlicher Konstellation fortsetzen – im Theater am Marientor.
Nur mit der SMG
Dies kann allerdings nur gelingen, wenn die SMG mit ins TaM geht. Schließlich hat die CDU schon deutlich gemacht, dass ansonsten ein Kindermuseum nicht in ein Musicaltheater passe.
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