Duisburg: Musikerplattform entwickelt
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 09.10.2008Duisburg (RPO). Das Startup-Unternehmen „Soulpeddler“ bietet Musikern und Veranstaltern eine Internetplattform, um sich gegenseitig zu finden und auszutauschen. Das innovative und ehrgeizige Projekt startet vielversprechend.
Serm Wir befinden uns im Jahr 2008 nach Christi-Geburt. Musiker und Veranstalter haben in der Kulturlandschaft Probleme zueinander zu finden. Während Künstler auf der Suche nach geeigneten Veranstaltungsorten sind, suchen Veranstalter Musiker, die in ihren Räumlichkeiten auftreten können. Doch oft finden sich beide Parteien nicht. Ein Problem in ganz Deutschland? Nein! Ein von einfallsreichen BWL-Studenten der Universität Duisburg-Essen entwickeltes Startup-Unternehmen mit Sitz in Serm stellt nun für Veranstalter und Musiker eine neue Internetplattform zur Verfügung, auf sie sich gegenseitig ausgetauschen und finden können. Der Name? Soulpeddler. Auf deutsch: Seelenhändler.
„Unsere Plattform soll musikübergreifend Emotionen, Musik mit Seele, vermitteln. Die Veranstalter stellen Termine ein und die Musiker können sich dann mit einem selbsterstellten Profil, bewerben“, erklärt Dr. Nejic Jakopin, Geschäftsführer von Soulpeddler und Unternehmensberater, in den Geschäftsräumen des Startups in einem alten Sermer Bauernhaus.
Ein soziales Musiknetzwerk
Vor zwei Jahren hatte er die Idee zu dem sozialen Musiknetzwerk. Der 31-Jährige ist selbst Musiker und hat rund 50 000 Euro in die Realisierung des Projektes investiert. „Als ich früher mit meiner Band gespielt habe, gab es immer das Problem, dass wir auf der Suche nach Auftritten waren und uns selbst informieren mussten, wo wir spielen konnten. Ganz abgesehen von den Bewerbungen, die wir abgegeben haben. Das war sehr zeitaufwändig“, erinnert sich der Geschäftsführer. Zusammen mit einem engeren Team aus fünf Studenten und zehn weiteren Helfern hat er nun begonnen, die Plattform zu bewerben. „Wir haben vor einem halben Jahr angefangen, die Internetseite zu realisieren. Das Angebot wird bis auf weiteres kostenfrei von uns zur Verfügung gestellt werden. Eventuell werden wir für zahlende Kunden einen Premium-Zugang mit umfassenderen Funktionen und unbegrenzten Bewerbungen anbieten.“ In den vergangenen drei Wochen, in denen die Internetseite online steht, haben sich schon 300 Bands und 30 Veranstalter eingetragen, teilt Jakopin mit. Für 22 Veranstaltungen können sich interessierte Musiker schon bewerben. „Momentan planen wir zudem auch ein Festival in Duisburg“, so Jakopin.
Vorteile liegen auf der Hand
Mitstreiter Malte Kluck studiert noch Betriebswirtschaftslehre, war aber von Beginn an mit am Projekt beteiligt. „Ein Startup-Unternehmen ist schon was ganz anderes, als das, was man während des Studiums lernt“, berichtet er. „Man hat wesentlich mehr Verantwortung.“ Kluck sieht die Vorteile der Plattform klar auf der Hand: „Bands können die Internetseite nutzen, um den Veranstalter direkt anzusprechen. Dieser kann dann sofort sehen, ob die Band zu ihm passt, oder nicht. So etwas gibt es meines Wissens in ganz Deutschland nicht.“ Der Aufwand, einen Auftritt an Land zu ziehen oder die genau passende Musikgruppe für eine Veranstaltung zu finden könnte durch die Nutzung der Plattform maximiert werden. Die Entwickler der Plattform wollen ihrem Unternehmen jedoch Zeit geben, damit es sich entwickeln kann. „Uns ist das Projekt erst einmal wichtiger, als direkt damit Geld zu verdienen“, sagt Jakopin. Die Neuunternehmer stehen zu ihrer Idee.
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