Duisburg/Dinslaken/Moers: Muttern mit Absicht gelöst?
VON URS LAMM - zuletzt aktualisiert: 25.11.2010 - 15:48Am Donnerstag hat ein Linienbus auf dem Meidericher Bahnhof ein Rad der hinteren Zwillingsbereifung verloren. Mittwoch hatten sich bei einem Schulbus zwei Räder „verselbstständigt“. Kein Zufall?
Der Linienbus eines privaten Unternehmens verlor Donnerstag das Rad während der Fahrt in einer Kurve auf dem Meidericher Busbahnhof. Die Gäste stiegen in einen Ersatzbus um. Monteure wechselten das Rad aus. Das Fahrzeug gehört der Firma „Der Homberger“. „Wir werden wie im Fall des Schulbusses ermitteln, ob manipuliert wurde oder ob ein Versäumniss des Halters ursächlich für den Unfall war“, sagt Polizeisprecher Hermann-Josef Helmich.
Bereits am Mittwoch hatte ein Bus des Moerser Privatunternehmens „Divan“ auf der Römerstraße gleichzeitig beide Räder der hinteren Zwillingsbereifung verloren. Im Bus saßen 25 Kinder der Freien Waldorfschule Dinslaken. Einer der losgelösten Reifen rollte mehr als 100 Meter über die Straße, durchbrach eine Mauer und beschädigte einen dahinter stehenden Pkw.
Businhaber stellen Strafanzeige
Die Busse von „Divan“ und „Der Homberger“ stehen beide auf dem gleichen Gelände an der Baumstraße in Duisburg. Für die beiden Unternehmensinhaber Ibrahim Ugur (Divan) und Willi Schmitz (Der Homberger) steht fest, dass Manipulationen ursächlich für beide Vorfälle sind. Sie stellten Strafanzeige gegen Unbekannt.„Ich betreibe dieses Geschäft schon seit 30 Jahren. An so viele Zufälle glaube ich nicht“, sagt Willi Schmitz von „Der Homberger“.
Lose Radmutter gefunden
Bereits vor einigen Tage habe ein Mitarbeiter seiner Firma ein lose Radmutter an einem seiner zehn Fahrzeuge entdeckt. „Wir waren damals sehr verwundert, haben die Mutter nachgezogen und anschließend verstärkt darauf geachtet, dass alles ordentlich festgezogen ist“, sagt Schmitz. In den nächsten Tagen werden sowohl Ugurs als auch Schmitz’ Fahrzeuge mit Radmuttersicherung unterwegs sein.
Karin Wilk, Mitglied des Trägervereins der Freien Waldorfschule Dinslaken war am Donnerstagvormittag erleichtert, dass den Kindern beim Unfall am Mittwochnachmittag nichts zugestoßen ist. Auch gestern und am Freitag fuhren die die Busse von „Divan“die Kinder der Waldorfschule in die Schule und nach Hause. „Wir haben mit der Firma vereinbart, dass vor jeder Fahrt eine Sonderprüfung durchgeführt wird“, sagt Wilk. Eine endgültige Entscheidung über die künftige Zusammenarbeit soll nach den Untersuchungsergebnissen fallen.
Neben der Polizei wird „Divan“ den Vorfall auch durch die Dekra überprüfen lassen. „Die Untersuchungen werden etwa zwei Tage dauern“, sagt Inhaber Ibrahim Ugur.
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