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Duisburg: Nach der Demo ist vor der Demo

zuletzt aktualisiert: 15.01.2009 - 10:51

Zwischen 500 und 1000 Demonstranten werden am Samstag auf dem Hochfelder Markt erwartet. Sie wollen gegen den Krieg im Gaza-Streifen protestieren. Nach der Auftaktkundgebung soll es einen Protestmarsch geben. „Der genaue Weg steht noch nicht fest. Darüber wird noch mit dem Veranstalter verhandelt“, erklärte gestern Polizeisprecher Achim Blättermann auf Anfrage der RP.

Nach der Demonstration am 10. Januar soll es kommenden Samstag zu einem weiteren Protestmarsch in Duisburg kommen. Foto: RPO

Ausrichter ist diesmal die Milli Görüs nahestehende Organisation „Human Dignity and Rights (HDR)“, die auch in Duisburg in der Nähe des Innenhafens ein Büro hat. Der HDR steht schon seit längerem wegen islamistischer Tendenzen im Visier des Verfassungsschutzes und ist bisher unter anderem durch ein vehementen Einsatz gegen ein Kopftuchverbot hervorgetreten. Auch der Ort einer eventuellen Abschlusskundgebung für die Demo am Samstag stand gestern noch nicht fest.

„Was uns noch mehr Sorgen bereitet, sind mögliche Gegendemonstrationen“, meinte Blättermann. Pro-Israel-Bekundungen durch andere Gruppen seien wahrscheinlich, so der Polizeisprecher. Insgesamt sei es aber schwierig, die Lage im Vorfeld einzuschätzen.

Offensichtlich ist die Polizei aber bemüht zu verhindern, dass der neue Protestmarsch wieder an dem Haus vorbeiführt, an dem, wie berichtet, am vergangenen Samstag zwei Israel-Fahnen von Polizeibeamten an einem Haus in der Innenstadt entfernt wurden, nachdem sie zuvor die Tür eingetreten hatten. Der Wohnungsinhaber hat inzwischen die Polizei aufgefordert, sich dafür bei ihm zu entschuldigen.

Die Vertreter der christlichen Kirchen sprachen von einer „völlig unakzeptablen antijüdischen Demonstration“. „Dass ausgerechnet in unserer Stadt, die sich ihrer Integrationsleistungen und ihrer Toleranz rühmt, Angehörige des Islam ungestraft öffentlich zum Hass gegen das Judentum aufrufen dürfen, halten wir für einen unerträglichen Skandal“, so die Kirchenvertreter.

OB-Kandidat Hermann Dierkes (Linke) hat in einem Offenen Brief an die Deutsch-Israelische Gesellschaft von einem „bewusst hochgespielten Zwischenfall“ gesprochen. Unterdessen hat OB Adolf Sauerland für die Demo am Samstag zur Besonnenheit aufgerufen. Die Vorfälle hätten dem Ansehen der Stadt und ihrer Bürger geschadet. „Ich bedaure zutiefst, dass aus dem gesamten Land zusammengerufene, zum Teil radikalislamistische Kräfte ein Duisburg-Bild geprägt haben, das nicht das Klima unserer Stadtgesellschaft wiedergibt“, so der OB.


 
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