Duisburg: Neubau ist bis jetzt nur Skizze
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 15.09.2007Duisburg (RPO). Für das „Stadtfenster“, wo Zentralbibliothek, die Volkshochschule, ein Duisburger NS-Dokumentationszentrum und Einzelhandelsgeschäfte unter ein Dach kommen sollen, fehlt noch ein konkretes Konzept.
Seit zwei Jahren wird über den Neubau an der Steinschen Gasse, wo Zentralbibliothek und Volkshochschule Hauptmieter werden sollen, in Ausschüssen geredet. Gleichwohl ist das neue „Stadtfenster“, so der vorgeschlagene Name des Gebäudes, nur eine Skizze. Ein konkretes Raumkonzept steht noch aus. Vom Stadtrat wird dennoch am kommenden Montag ein Beschluss erwartet, der da heißt: „Zur langfristigen Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Stadtbibliothek und Volkshochschule wird der Unterbringung beider Institute in einem neu zu errichtenden Gebäude an der Steinschen Gasse zugestimmt.“
Dr. Jan-Pieter Barbian und Dr. Gerd Jahn, die Leiter von Stadtbibliothek und Volkshochschule, bekamen erstmals in dieser Woche Gelegenheit, öffentlich zum Umzug und der Zusammenlegung der beiden Institute zu äußern. Beide wiesen darauf hin, dass die bisherige Raumsituation unbefriedigend sei. Die Zentralbibliothek befindet sich in einem Gebäude, das 1955 als Kaufhaus errichtet wurde. Der Ausbau der Bibliothek als Medien-, Kultur- und Bildungszentrum werde, so Barbian, durch die baulichen und technischen Gegebenheiten beschränkt. Ähnliches gelte, so Jahn, für die Volkshochschule, die angesichts der sich verändernden Rahmenbedingungen bei der Weiterbildung nicht über zeitgemäße Räumlichkeiten verfüge.
Grundsätzlich positiv beurteilen Barbian und Jahn die Chance, dass Zentralbibliothek und Volkshochschule nun in einen „maßgeschneiderten“ Neubau ziehen können. Die Frage bleibt indes, wie die errechneten 12 720 städtischen Quadratmeter Nutzfläche aufgeteilt werden sollen, wobei auch noch das NS-Dokumentationszentrum hinzu kommt. Bemängelt wird schon heute, dass die städtischen Bildungsinstitute offenbar über keinen Zugang im Erdgeschoss verfügen, sondern im ersten Stock liegen. Die Münsteraner Architekten Bolles und Wilson, die nach Auskunft von Uwe Rohde, Chef von Immobilienmanagement Duisburg, Erfahrungen mit Bibliotheksbauten haben, sollen Konzepte entwickeln. Dazu gehören nicht nur die Sanitärbereiche, sondern auch Vortrags- und Computerräume sowie Cafeteria. Um die Fragen zu klären, soll nach Auffassung der Stadtspitze ein externer Fachplaner beauftragt werden. Der anvisierte Baubeginn wird mit Herbst 2008 angegeben. Dann beginnen die Abrissarbeiten am Alten Boeckerhaus, dem heutigen Knüllermarkt.
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