Duisburg: Neubau lässt auf sich warten
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 18.06.2008Duisburg (RPO). Das „Stadtfenster“, in dem unter anderem die Stadtbibliothek eine neue Heimat finden soll, kann nicht so zügig gebaut werden, wie es ursprünglich geplant war.
Das Stadtfenster: Der Rat der Stadt will es, die Sparkasse will es, MultiDevelopment will es. Und doch sieht derzeit alles danach aus, als käme das geplante Bildungshaus an der Steinschen Gasse nicht mit dem Tempo an den Start, wie sich alle Beteiligten noch im vorigen Jahr erhofft haben. Hauptgrund ist angeblich die fragliche Rentabilität des Neubauvorhabens.
Noch in diesem Jahr sollte eigentlich das alte Boeckerhaus, in dem heute der Knüllermarkt untergebracht ist, abgerissen werden. Derzeit aber deutet vieles darauf hin, dass Duisburgs größter Deko-Billigshop das Herbst-, vielleicht sogar das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen kann. Bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes der Stadt Duisburg räumte Oberbürgermeister Sauerland ein, dass der dort genannte Termin (Realisierung bis 2010) sich möglicherweise etwa nach hinten verschieben könnte. Aber gebaut werde das Haus sicherlich.
Mietpreis-Problem
Rund 30 bis 40 Millionen Euro will der Entwickler Multi Development mit Hilfe der Stadtsparkasse am Standort für das Stadtfenster investieren.
Bei der Immobilenmesse Expo Real im vorigen Jahr hatte MD-Chef Axel Funke noch angedeutet, dass das Objekt der Stadt Duisburg zu einem Mietpreis von zehn Euro pro Quadratmeter angeboten werden könnte.
Wie berichtet, will die Duisburger Sparkasse den Bau des mehrgeschossigen Hauses finanzieren, in dem neben der Volkshochschule vor allem die Stadtbibliothek sowie das NS-Dokumentationszentrum einziehen sollen. Daneben sind einige Ladenlokale geplant. Das Haus soll sich von der Steinschen Gasse über die Universitätsstraße bis auf das angrenzende ehemalige Bunkergelände erstrecken und optisch wie inhaltlich ein attraktives Tor in das dahinterliegende Altstadtviertel werden.
Miete muss stimmen
MultDevelopment will nach dem Forum und der Königsgalerie (die heutige Galeria an der Kuhstraße) auch dieses Projekt entwickeln. Und die Stadt steht Gewehr bei Fuß, um dort als Hauptmieter einzuziehen. Eigentlich die besten Voraussetzungen für ein Neubauvorhaben. Doch die Stadt kann (wegen der Haushaltssituation) nicht unbedingt eine Miete zahlen, wie sie für ein derartige Objekt theoretisch erzielbar ist. Die Sparkasse aber steht ihren Kunden gegenüber in der Pflicht, kann und darf nicht leichtfertig investieren, wenn am Ende die Wirtschaftlichkeit nicht stimmt. Und der Stadt zum Gefallen eine niedrige Miete einkalkulieren, das funktioniert schon gar nicht. OB Sauerland ließ bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes keinen Zweifel aufkommen, gab sich sicher, dass das Stadtfenster gebaut werden wird. Dass sich der Zeitplan vielleicht verschiebt, ist für ihn kein Grund, von den Geldgebern und Projektentwicklern abzurücken. Zumal auch aus ihren Kreisen zu hören ist, dass sie das Neubauvorhaben wollen und gemeinsam mit dem OB an einer Problemlösung arbeiten.
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