Duisburg: Neue Schweinegrippe-Fälle
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009Duisburg (RPO). Die jüngsten Schweinegrippe-Fälle in Duisburg ziehen weite Kreise. Betroffen sind ein Schüler, ein Lehrer des Bertolt-Brecht-Berufskollegs und ein weiterer Duisburger.
Detektivische Fähigkeiten werden zurzeit den sechs Mitarbeitern des Duisburger Gesundheitsamtes abverlangt, die im gestern bekannt gewordenen Schweinegrippe-Fall recherieren müssen. Der erkrankte 22-jährige Schüler hat ebenso wie der betroffene Lehrer einen großen Freundes- und Bekanntenkreis. Allein in der Klasse des jungen Mannes sitzen 28 Schüler, die in den vergangenen Tagen vor allem Kontakt zu drei Lehrern hatten. Sie alle müssen unter Beobachtung gestellt werden. Ein Problem dabei: Wegen der am Mittwoch begonnenen Ferien ist die Kontaktaufnahme schwierig.
Aus vielen Städten
Wie bei Berufskollegs üblich, sitzen in den Klassen nicht nur Schüler aus einer Stadt. Im Fall der Huckinger Bertolt-Brecht-Klasse kommen die jungen Leute aus den Kreisen Mettmann, Wesel und Kleve, aus Mülheim, Essen, Viersen, Krefeld und Düsseldorf. Überall dort sind die Mitarbeiter des jeweiligen Gesundheitsamtes von ihren Duisburger Kollegen informiert worden, um die notwendigen Maßnahmen vor Ort zu veranlassen. Neben dem Duisburger Schüler und seinem Lehrer sind auch ein Schüler aus Ratingen und angeblich aus Krefeld positiv getestet worden. Verdachtsfälle gibt es zwei in Dinslaken und je einen in Hünxe, in Moers, in Rheinberg und in Kamp-Lintfort. Der betroffene 22-jährige Duisburger teilt sich zudem seine Wohnung hier in der Stadt mit einem Freund, der ebenfalls positiv getestet worden ist.
Dessen Kontaktpersonen müssen nun gleichfalls ausfindig gemacht und unter Beobachtung gestellt werden. Auch wenn in Duisburg die Zahl der Erkrankten beziehungsweise derjenigen, die sich möglicherweise angesteckt haben, nun in die Höhe gehen sollte, warnt Gesundheitsamtsleiter Dr. Rolf Behler vor Panik. "Dazu besteht kein Grund. Die Krankheit verläuft hier bei uns bei bis dahin gesunden Menschen relativ mild."
Der betroffene Duisburger Schüler beispielsweise befindet sich nicht im Krankenhaus, sondern in seiner Wohnung, die er allerdings vorerst nicht verlassen darf. Der 22-Jährige hat sich übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit bei einem Mitschüler aus Ratingen angesteckt. Ob zwischen der Klassenfahrt (die Schüler waren vor kurzem in London) und dem Ausbruch der Krankheit ein Zusammenhang besteht, wird noch untersucht.
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