Duisburg: Neue Sterne für "Walk of Fame"
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 21.01.2012Duisburg (RP). Den Gehweg vor der Sachtleben-Hauptverwaltung zieren seit gestern zwei neue Sterne: Das Homberger Chemieunternehmen ehrte erneut Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr den wirtschaftlichsten und den innovativsten Verbesserungsvorschlag gemacht haben.
Homberg Eine glamouröse Verleihung von Sternen auf dem Gehweg vermutet man eher in Hollywood als in Homberg. Doch gestern Vormittag haben wieder zwei neue Sterne auf dem "Walk of Fame" des Chemieunternehmens Sachtleben ihren Platz gefunden. Begleitet von sprühenden Feuerwerksfunken und Beifall der Kollegen durften sich diejenigen Mitarbeiter verewigen, die im vergangenen Jahr den wirtschaftlichsten und den innovativsten Verbesserungsvorschlag gemacht haben.
Jährliche Ersparnis: 81 000 Euro
Und so glänzen seit gestern die Namen des Erfinder-Trios Norbert Schindler, Hans-Jürgen Schmidt und Harald Gansauge vor dem Eingang zur Firmenzentrale. Von ihnen stammte der wirtschaftlichste Vorschlag, den eine Kommission aus insgesamt 1343 Vorschlägen auswählte. Ihre Idee ermöglicht dem Unternehmen eine Einsparung von 81 000 Euro im Jahr.
Ehrengast Vassiliadis
Im Vorfeld der Verleihung gab es eine Talkrunde mit Ehrengast Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).
Da in der Branche in naher Zukunft Tarifverhandlungen stattfinden, versuchte Sachtleben-Sprecher Axel Markens, konkrete Forderungen herauszukitzeln. Zwar nannte Vassiliadis diese nicht, doch versprach er, "nicht die Kuh zu schlachten, die man melken will". Einen so genannten "Krisenabschlag" will er aber nicht akzeptieren. "2011 war das beste Jahr der Branche, dafür müssen die Mitarbeiter belohnt werden", forderte der Gewerkschaftsboss.
"Die Reinigungsmittel, mit deren Hilfe die Abgase in der Zink-Barium-Produktion herausgefiltert werden, müssen ständig gekühlt werden", erklärte Jörg Eraßme, Geschäftsführer Produktion und Technik, die Ausgangssituation. "Wenn dieser Kühler zum Beispiel bei Wartungsarbeiten ausfällt, müssen die Anlage und die Öfen abgefahren werden." Die Konsequenz waren bisher Produktionsausfälle von etwa einem Tag. "Unsere Idee war es, ein zweites Kühlsystem einzubauen, auf das wir umschalten, wenn Wartungsarbeiten am ersten Kühler notwendig sind", brachte Norbert Schindler die Idee auf den Punkt.
Dieser Vorschlag leistet nicht nur einen Beitrag zur Produktion, sondern auch zum Umweltschutz, weil die Emissionswerte immer sicher eingehalten werden.
Die Auszeichnung für den innovativsten Vorschlag erhielt Martin Hertrampf. Seine "pfiffige, einfache und schnell durchzuführende Idee" (Jörg Eraßme) sah vor, Rohrleitungen, in denen bisher Wasser kondensierte – was nachfolgende Kompressoren schädigte –, zu versetzten. "Dadurch kann das Wasser nicht mehr in die Kompressoren gelangen. Diese können jetzt nicht mehr so schnell kaputt gehen", erklärte der Erfinder.
"Der ganze Rahmen dieser Veranstaltung drückt die Wertigkeit und auch die Wertschätzung des Unternehmens für das Engagement seiner Mitarbeiter aus", lobte Ehrengast Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).
Immer etwas Neues
"Ich habe den Anspruch, immer etwas Neues zu machen", zeigte sich Sachtleben-Sprecher und Organisator der Veranstaltung, Axel Markens, erfinderisch. "Beim allerersten Mal wurden die Sterne von Kamelen gebracht. Dann sind wir durch das Stargate gegangen", resümierte er. Man darf gespannt sein, was er sich für das nächste Jahr ausdenkt.
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