Duisburg: Neuer Seelsorger hilft Polizisten in Duisburg
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 20.07.2009Duisburg (RPO). Der Polizeidienst kann manchmal sehr belastend sein. Bei einer Geiselnahme, wenn ein Kind stirbt oder wenn die Beamten ahnungslosen Angehörigen die Nachricht von einem verunglückten Verkehrsopfer überbringen müssen, ist das für viele Polizisten eine schwierige Situation. "Viele haben dann Redebedarf, um das zu verarbeiten", sagt Folkhard Werth. Seit dem 1. Juli kümmert sich der evangelische Pfarrer um diese Polizisten in Krisensituationen.
Das Einzugsgebiet des neuen Polizeiseelsorgers ist groß: Der 49-Jährige ist zuständig für rund 6000 Polizisten in Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr, Krefeld, Oberhausen und die Kreise Wesel und Kleve. Jetzt stellte die Essener Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinziehr Pfarrer Werth der Presse vor.
Er freue sich auf seine neue Aufgabe, sagte Werth. "Ich bin zurzeit in meinem Einzugsgebiet auf Tour, um mich überall vorzustellen." Denn der Pfarrer weiß, dass es wichtig ist, dass die Polizisten mit ihm auch ein Gesicht verbinden.
Folkhard Werth bringt für seine neue Aufgabe umfangreiche Erfahrungen in der Notfallseelsorge mit. Neben seiner Tätigkeit als Berufschullehrer, die er 19 Jahre lang in Düren ausübte, engagierte er sich aber immer auch in der Notfallseelsorge. Im Kreis Düren war er außerdem Mitglied im Einsatzkräftenachsorgeteam, das sich nach brenzligen Einsätzen um die Helfer kümmert. "Dabei habe ich die Polizeiarbeit kennen gelernt und mich sehr dafür interessiert", sagt der Geistliche.
Immer erreichbar
Besonders fasziniert hat ihn, "dass sie die Schnittstelle des Gewaltmonopols ist, bei der Polizisten eingreifen, auch wenn sie manchmal eine abweichende politische oder religiöse Einstellung haben". So arbeitete er zum Beispiel mit Polizisten zusammen, die NPD-Aufmärsche schützen mussten. "Die haben das nicht gerne gemacht, aber wir haben versucht, Wege zu finden, das zu tragen."
Für die Polizisten in seinem Einsatzgebiet will der Pfarrer in Krisensituationen über Handy immer erreichbar sein. Dabei ist ihm klar, "dass Extremsituationen bei mir geballt zusammen kommen". Manchmal suche er sich zur Verarbeitung deshalb selbst professionelle Gesprächspartner. Entspannung findet er im Sport, beim Lesen oder Motorrad fahren.
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