Moschee-Begegnungsstätte Marxloh: Neuer Vorstand will klare Verhältnisse
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 26.05.2010 - 12:25Moschee-Begegnungsstätte Marxloh (RPO). Die Ditib-Begegnungsstätte in Marxloh hat einen neuen Vorstand gewählt. Dieser will nun klare Verhältnisse zur Gemeinde der Ditib-Merkez-Moschee schaffen. In der Vergangenheit war es zu Konflikten gekommen.
Ditib Merkez-Moschee-Gemeinde und Ditib-Begegnungszentrum sind an der Warbruckstraße zwar unter ein und demselben Dach zu finden, aber deswegen noch lange nicht miteinander gleich zu setzten. Das machte gestern der neue Vorstand des Begegnungszentrums deutlich. Erster Vorsitzender ist Ismail Komsucuk, zweite Vorsitzende die ehemalige Ratsfrau Helga Maria Poll. Komsucuk betonte, dass es wichtig sei "gemeinsame Wege zu finden und die Holprigkeiten zwischen den Kulturen zu überwinden".
Eben dies sei die Aufgabe der Ditib-Begegnungsstätte. Mit dem Vorsitzenden Ismail Komsucuk, Schriftführerin Gülhanim Anac und Schatzmeister Sitki Palabiyik hat sich der Vorstand des Vereins ganz neu aufgestellt. Nur Beisitzerin Elif Saat arbeitet schon seit vielen Jahren im Vereinsvorstand.
EU-Förderung
Der Moscheebau wurde auch das "Wunder von Marxloh" genannt, weil in der Bauzeit öffentliche Proteste und Rechtstreitigkeiten ausblieben. Die Begegnungsstätte umfasst eine Bibliothek, ein Archiv und mehrere Seminarräume. Der Bau wurde von der EU und dem Land NRW mit 3,2 Millionen Euro gefördert.
Probleme mit der Gemeinde
Gestern wurde deutlich, dass die Probleme der Vergangenheit zurückgelassen werden sollen. In der Vergangenheit war aus Beiratskreisen bekanntgeworden, dass der Gemeindevorstand der Ditib-Moschee immer wieder versucht habe, die eigentlich unabhängige Begegnungsstätte näher an die Moschee zu binden. Mit einem unangekündigten Besuch des türkischen Staatsministers Celik in der Gemeinde, zu dem die Duisburger Presse nicht eingeladen war, und einem überraschenden Rauswurf der Bildungsreferentin landete die Ditib-Begegnungsstätte in den Negativschlagzeilen. Helga Maria Poll relativierte das gestern: "Wir mussten in dem Fall unsere Ausgaben neu strukturieren und wollten bei den Stellen kürzen. Das hat sich aber als schlecht erwiesen." Heute gibt es wieder eine Bildungsreferentin in der Begegnungsstätte.
Letztlich räumte Ismail Komsucuk aber ein, dass es in der Vergangenheit Konflikte zwischen Gemeinde und Begegnungsstätte gegeben habe. "Wir wollen es jetzt besser machen", so der Vorsitzende. "Der Vorstand will stärker mit der Gemeinde zusammenarbeiten und Probleme aus der Welt schaffen." Das sei aber noch ein langer Weg, auf dem Komsucuk besonders klare Verhältnisse und Zuständigkeiten wichtig sind.
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