Duisburg: Neues Netzwerk für Schüler
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 03.02.2011 - 09:57Duisburg (RPO). Rückläufige Schülerzahlen und der daraus resultierende Fachkräftemangel beschäftigen auch Duisburgs Unternehmen. Das neue "Duisburger Schulmodell" soll aus diesem Problem nun eine Win-Win-Situation machen.
In den kommenden zehn Jahren wird es in Duisburg rund 15 Prozent weniger Schüler und somit auch weniger potenzielle Auszubildende geben. Dies prophezeit IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und stellt gleichzeitig ein neues Projekt vor, das dem damit verbundenen Problem des Fachkräftemangels entgegenwirken soll: Das "Duisburger Schulmodell".
Mit diesem Pilotprojekt wollen die IHK, das Jobcenter, die Duisburger Bildungsholding und die Agentur für Arbeit den Kontakt zwischen Schülern und ausbildenden Unternehmen frühzeitig herstellen, so dass "Jugendliche mit ihren Potenzialen nicht in der Warteschleife steckenbleiben", so Dr. Dietzfelbinger. Denn weil sich viele Zehntklässler noch nicht über ihren weiteren Werdegang im Klaren seien, käme es häufig vor, dass sie, statt eine Ausbildung zu beginnen, noch ein weiteres Jahr an der Schule verbringen, ohne ihrem Berufswunsch näher zu kommen.
"Wir möchten, dass die Schüler durch unverbindliche Gespräche mit Firmen ihre Stärken und Schwächen kennenlernen. Die Unternehmen geben ihnen ein offenes Feedback, so dass sie sich besser auf Bewerbungsgespräche und die Anforderungen, die an sie gestellt werden, einstellen können", erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Konkret bedeutet dies, dass Projektkoordinatoren des Duisburger Schulmodells Workshops für die Schüler organisieren. Hier können diese die Firmen kennenlernen. Anschließend beantworten die Koordinatoren in Einzelgesprächen Fragen, helfen mit dem Lebenslauf und stellen die Kontakte zu den jeweiligen Ansprechpartnern innerhalb der Firmen her.
Insgesamt zehn Duisburger Schulen und 50 Duisburger Unternehmen – darunter die Stadtwerke, die Industrie- und Handelskammer, ThyssenKrupp sowie Gastronomiebetriebe – nehmen an dem Projekt teil, das nun erst einmal zwei Jahre lang in einer Pilotphase läuft. Projektkoordinator Sebastian Lehmann hat bereits erste Gespräche mit Schülern geführt und erhielt viel positive Resonanz, wie er sagt.
Alternativen zum Traumberuf
"Die Jugendlichen sind sehr motiviert, wissen aber manchmal noch nicht genau, in welche Richtung es gehen soll. Wenn jemand Raumfahrtingenieur werden möchte, jedoch keine Lust hat, sich dafür über viele Jahre ausbilden zu lassen, dann ist der Traumberuf damit meist schon wieder passé. Wir zeigen den Schülern Alternativen auf, die sie zufriedenstellen, und die von den Unternehmen nachgefragt werden."
Auch die Leiter der teilnehmenden Schulen sind begeistert: "Bei uns wurden damit offene Türen eingerannt", so Bernd Leyendecker, Schulleiter der August-Thyssen-Realschule.
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