Duisburg: Nicht nur der Name ist anders
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010Duisburg (RPO). Aus der Citibank wurde nach der Übernahme durch Crédit Mutuel die Targobank. Duisburg bleibt für die Bank der wichtigste deutsche Standort. Hier arbeiten über 2000 Mitarbeiter für das Unternehmen.
Für Dorothea Jonas, Leiterin der Targobank-Filiale am Kuhtor, war es ein besonderer Tag: "Wir haben nicht nur den Namen geändert, wir sind eine komplett neue Bank." Was sich nicht ändert, sind unsere Kundenverträge, die Kontonummern und die Bankleitzahl", sagte sie gestern bei der Vorstellung der Nachfolgerin der Citibank. Außer dem Namen ist vor allem auch die Philosophie der Bank eine neue, wie Targobank-Vorstand Peter Blatter erläuterte.
Französische Mutter
Die neue Konzernmutter, die französische Crédit Mutuel, sei seit ihren Anfängen 1882 dem Namen Friedrich Raiffeisen verbunden – und dessen Gedanke einer genossenschaftlich geführten Bank sei nun etwas ganz anderes als das Bankgeschäft einer auf schnelle Rendite orientierte Marschroute der Citibank mit einem amerikanischen Hintergrund. So soll die neue Targobank völlig anders operieren als ihre Vorgängerin. Für die Targobank Deutschland sei Duisburg so etwas wie die "Seele" des Unternehmens, wie Peter Blatter meinte. Damit sind weniger die Duisburger Filialen mit zusammen 61 Mitarbeitern gemeint, sondern vielmehr die Dienstleistungszentren im Hochhaus am Harry-Epstein-Platz und im SilberPalais.
Dort arbeiten mehr als 2000 Beschäftigte für die Targobank in ganz Deutschland und nehmen Mitarbeitern in den Filialen bürokratische Tätigkeiten ab. "Unsere Betreuer in den Filialen sollen 70 Prozent ihrer Arbeit direkt dem Kunden widmen können", so Blatter. Das Bankgeschäft sei "signifikant anders" als noch bei der Citibank. Das langfristige Denken habe nun einen höheren Stellenwert. Beim Handel mit Lehman-Papieren seien Fehler unterlaufen, bei der Targobank habe die Beratung der Kunden nun einen ganz anderen Stellenwert. "Wir machen Banken einfacher", erklärten die Targobank-Verantwortlichen gestern. Dazu gehört auch ein neuer SMS-Service: Auf Wunsch können Kontobewegungen direkt aufs Handy oder per E-Mail versandt werden. Das schützt vor Missbrauch – oder informiert auch nur einfach darüber, wenn sich die Kinder mit Papas Karte etwas gegönnt haben sollten.
Spende für Immersatt
Bereits am Freitagabend hatte Bürgermeister Benno Lensdorf in Düsseldorf eine Spende in Höhe von 10 000 Euro für den Immersatt Kinder- und Jugendtisch von der Bank entgegen genommen. Dies sei ein gutes Beispiel, so Lensdorf. Er erinnerte gestern daran, dass die Stadt es sich nicht mehr leisten könne, künftig alle Brunnen plätschern lassen zu können. "Da werden wir uns nicht scheuen, sie noch einmal drauf anzusprechen", sagte Lensdorf an die Adresse von Peter Blatter.
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