Duisburg: Nie wieder tiefer gelegte Löschwagen
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 30.05.2008Duisburg (RPO). Freude beim Löschzug 510 der Freiwilligen Feuerwehr: Die Wache in Baerl wird saniert und um eine moderne Fahrzeughalle ergänzt. Die Feuerwehrausrüstung konnte in dem alten Gebäude kaum noch untergebracht werden. Bei den Einsatzwagen musste man „tricksen“.
baerl Seit Jahren war das Projekt im Gespräch, endlich soll es nun verwirklicht werden: Die Feuerwache Baerl wird modernisiert. Geplant sind der Neubau einer Fahrzeughalle und ein gründlicher Umbau des alten Gerätehauses. Es wird auch höchste Zeit. „Die Technik ist völlig marode“, erklärt Löschzugführer Thomas Kempken. Es gebe keine vernünftigen Umkleide- und Sozialräume, die „Schwarz-Weiß-Trennung“ von schmutzigen und sauberen Sachen sei kaum möglich, eine ordentliche Heizung – Fehlanzeige.
Das erste Feuerwehrgebäude an der Augustastraße wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut, ein weiteres Gebäude entstand 1950. Schon lange müssen Kempken und seine Kollegen improvisieren, um die moderne Feuerwehrtechnik darin unter zu bringen. Im Jahr 1987 haben sie bereits den Boden tiefer legen müssen, um die Fahrzeuge unterbringen zu können. Sogar Wagen wurden tiefer gelegt und mit kleineren Rädern versehen, um mit den Dimensionen des Altbaus zurecht zu kommen. Mit dem 2002 angeschafften letzten Großfahrzeug wuchsen die Probleme noch weiter. „Millimeterarbeit“ sei beim Einfahren ins Gerätehaus gefragt. „Ohne eingeklappte Spiegel geht da nichts mehr“, sagt Kempken.
Denkmalwert
Zwar steht die alte Feuerwache nicht unter Denkmalschutz, wird aber als „denkmalwert“ betrachtet. Deshalb soll die ursprüngliche alte Optik durch die Gestaltung der Fassade mit detailgetreuen Nachbauten der denkmalwürdigen Hallentüren wieder erreicht werden.
Für Discounter nicht geeignet
Fast 1,2 Millionen Euro soll die Modernisierung der Feuerwache kosten. Angesichts dieser Summe stellt sich die Frage, ob nicht eine völlig neue Wache an einem anderen Standort hätte gebaut werden können. Die SPD hatte in der Bezirksvertretung angemerkt, dass das Gelände der Wache vielleicht für „die Lösung der Nahversorgungsprobleme“ in Baerl hätte genutzt werden können. Gemeint war die Suche nach einem Discounter-Standort in Baerl. Doch Thomas Kempken (der auch CDU-Ratsherr ist) betont, dass das Grundstück der Wache auch nicht größer sei als das ehemalige Plus-Grundstück an der Augustastraße, das sich für moderne Discounter-Filialen als zu klein erwiesen hat.
Zudem ist die Baerler Feuerwache wichtig. Zwar gehört der dort beheimatete Löschzug 510 „nur“ zur Freiwilligen Feuerwehr, hat aber für den Feuerwehrsbedarfsplan eine herausragende Bedeutung: Zusammen mit der Berufsfeuerwehr gehört er im Ernstfall zu den „Erstausrückern“. Schon aus diesem Grund sei eine optimale Versorgung des Löschzugs mit Material und Gerät wichtig – was aber aufgrund der Abmessungen zurzeit nicht möglich sei. Gemeinsam mit dem Immobilienmanagement Duisburg (IMD) hat die Feuerwehr deshalb den Standort neu konzeptioniert.
Die neue Halle soll im rechten Winkel links vom alten Gerätehaus entstehen. Sie wird durch einen Gang mit dem Gerätehaus verbunden. Das Gerätehaus wird kernsaniert. Unter anderem sollen in einer ehemaligen Wohnung im Dachgeschoss künftig Büros und Räume für die Jugendfeuerwehr geschaffen werden. Im herbst sollen die Bauarbeiten beginnen, ein Jahr später sollen sie beendet sein.
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