Duisburg: Notärzte fahren Touareg
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 21.09.2007Duisburg (RPO). Die Berufsfeuerwehr bekommt neue Einsatzfahrzeuge für die Notärzte: sechs VW-Touaregs mit zehn Zylindern. Die Geländewagen sind innerhalb der Rettungsdienste aber nicht unumstritten.
Der VW-Touareg
In seiner Serienausstattung verfügt die Zehn-Zylinder-Version des Touareg über 313 PS (230 kw). Mit 750 Newtonmeter beschleunigt er in 7,4 Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer.
Seine Höchstgeschwindigkeit sind 231 km/h und er verbraucht laut Herstellerangaben 12,6 Liter auf 100 Kilometern.
Glaubt man der Volkswagenwerbung, überwindet der Touareg ohne Probleme die steilsten Dünen der Sahara. Nun gibt es keinen Wüstensand in Duisburg, dafür aber bald sechs Zehn-Zylinder-Touaregs in Diensten der Duisburger Feuerwehr. Die Geländewagen werden den Notärzten als Einsatzfahrzeuge dienen.
Wie sinnvoll diese Anschaffung ist, wird unter den Einsatzkräften allerdings heiß diskutiert. Es hätte doch nicht unbedingt ein Geländewagen sein müssen, heißt es, und wenn, dann kein teurer Zehn-Zylinder-Touareg.
Über den Kauf hat eine Kommission aus Angehörigen der Feuerwehr-Sachgebiete Technik und Rettungsdienst sowie aus Feuerwehrleuten und Notärzten entschieden. „Wir brauchen einen Geländewagen“, meint Feuerwehrsprecher Michael Haupt. „Wir müssen schließlich auch den letzten, ungünstigsten Ort erreichen.“ Haupt denkt dabei an Einsätze im Hafengebiet, auf dem Rheindeich oder in Wäldern.
Kampfpreis
Und dass die neuen Dienstwagen zu teuer seien, bestreitet der zuständige Dezernent Wolfgang Rabe: „Volkswagen hat von den fünf Bietern das beste Angebot gemacht – zu einem Kampfpreis.“ Von einem Preis 33 Prozent unter den Mitbietern ist die Rede. Eine solche Offerte wäre nur mit dem hohen Werbepotenzial der Notarzt-Wagen zu begründen. Solche Autos fallen auf und verbreiten das Gefühl von Sicherheit. Wenn schon die Rettungsdienste auf den Touareg vertrauen...
Bisher werden die Notärzte samt Material in Audi A6 Avants zu den Einsatzorten gefahren. Die sind aber inzwischen sechs Jahre alt und haben mehr als 300 000 Kilometer auf der Kurbelwelle. Ersatz war also ohnehin notwendig. Zu der Bestellung gehören vier „normale“ Einsatzfahrzeuge, eines in der Reserve und ein Direktionsdienstwagen, der bei größeren Einsätzen wie Waldbränden auch überregional eingesetzt wird. Zudem gilt der Vertrag über drei weitere Touaregs, die dann ausgeliefert werden, wenn eines der Altfahrzeuge kaputt geht.
Vier der groß-spurigen Geländewagen sind bereits ausgeliefert. Sie werden derzeit umgerüstet. Demnächst steht für die Feuerwehrleute, die am Steuer der Notarztwagen sitzen, ein Fahrsicherheitstraining an. Mit soviel Kraft unter der Motorhaube muss man schließlich umzugehen wissen.
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