Duisburg: Nur auf der Deichkrone
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 29.11.2008Duisburg (RPO). Seit gestern stellt das Immobilien-Management insgesamt 65 Hinweisschilder an den Wiesen an Rhein und Ruhr in Kaßlerfeld, Neuenkamp und Friemersheim auf. Hunde sollen hier nicht frei laufen.
Viele wissen es nicht: Die meisten Wiesen hinter den Deichen in Duisburg sind keine öffentlichen Flächen. „Sie gehören verschiedenen Eigentümern, zum Beispiel dem IMD oder der Stadt, die diese Flächen verpachtet. Das bedeutet, dass der Pächter auch Hausrecht hat“, sagte gestern Reiner Steppuhn-Cilleßen vom Immobilien-Management. Auf der Deichkrone unweit des „Rheinorange“ am Zufluss der Ruhr in den Rhein wurde gestern eines der ersten von 65 Hinweisschildern angebracht, die zur Klarstellung beitragen sollen: Die Deichkrone steht Spaziergängern und angeleinten Hunden zur Verfügung – die Wiesen sind für beide tabu. Schon gar nicht zulässig ist es, auf den Wiesen Hunde frei laufen zu lassen. „Das will ja auch niemand in seinem eigenen Vorgarten so haben“, meinte Steppuhn-Cilleßen.
Schwelende Konflikte
Hintergrund sind die schon seit Jahren schwelenden Konflikte zwischen den Schäfern und uneinsichtigen Hundehaltern. „Rücksichtslos lassen sie ihre Vierbeiner los, die sich auf Schafe stürzen. Manchmal werden auch Gatter geöffnet und Zäune ignoriert. Das kann nicht sein, denn die Schäfer beziehen schließlich ihren Lebensunterhalt daraus, dass sie die Wiesen mit den Schafen bewirtschaften“, sagte Rainer Kloppenburg vom IMD. Bürgermeister Manfred Osenger hofft, dass durch die neue Beschilderung etwas mehr Ruhe einkehrt und ein friedliches Miteinander von Schaf- und Hundehaltern entsteht.
Schäfer wie Peter Metten und Ralf-Peter Stallmeister sind verärgert über völlig uneinsichtige Herrchen und Frauchen, die mit ihren Vierbeinern die Schafe verschrecken oder gar jagen. Für die Schäfer ist das mit wirtschaftlichen Schäden verbunden, die eigentlich gar nicht notwendig seien, findet man beim IMD.
Verstärkte Kontrollen
Deshalb wiesen die Verantwortlichen gestern beim Aufstellen der ersten Schilder noch einmal darauf hin, dass uneinsichtige Hundehalter künftig auch mit verstärkten Kontrollen des Sonderaußendienstes des Ordnungsamtes rechnen müssten.
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