Duisburg: "Nur eine gute Platte machen"
zuletzt aktualisiert: 10.07.2009Duisburg (RPO). Gary Moore, Stargast am Samstagabend beim Park-Kult-Tour-Festival in Meiderich, über seine Inspirationsquellen, Herangehensweise an neue Kompositionen und was die Besucher seiner Show erwarten können.
Einer der begnadetsten Rock- und Bluesgitarristen unserer Tage ist Gary Moore (57), der seit Beginn der Siebziger sowohl in Bands wie "Skid Row" oder "Thin Lizzy" als auch als Solokünstler Musikgeschichte schreibt. Seit Beginn der 90er Jahre veröffentlicht Gary Moore Bluesrockscheiben, von denen "Bad For You Baby" die aktuellste ist. Die wird er am Samstagabend, 11. Juli, beim Park-Kult-Tour-Festival im Meidericher Stadtpark schwerpunktmäßig vorstellen. RP-Mitarbeiter André de Vos sprach mit Gary Moore.
Wenn du einfach einmal deine letzten beiden Scheiben "Close As You Get" und "Bad For You Baby" betrachtest, dann sind beide ein Ergebnis unterschiedlicher Stimmungen, oder nicht?
Moore: Definitiv! "Close As You Get" ist einfach mehr "laid-back", weil sie einfach nur so entstanden ist. Es gab vorher keine Tour. Das neue Album wurde gleich nach einer Tour eingespielt. Es ist mehr Energie im Raum und mein Spiel ist nach einer Tournee einfach stärker. Ich wollte einen Monat vor dem Studio diese Live-Atmosphäre einfangen und die Art, wie ich da spiele. Man kriegt es nicht genau so hin, aber die Energie war auf jeden Fall da.
Wenn du dann eine Scheibe mit Musikern in Angriff nimmst, bist du dann in der Lage, die Stimmung einer Platte festzulegen?
Moore: Ich versuche die Musiker nicht zu kontrollieren. Ich führe sie einfach zu den Liedern hin, und ich interpretiere die Songs so, wie sie sich anfühlen. Und ich rede noch nicht einmal viel darüber. Es geschieht einfach. Wir kriegen das so ganz gut hin, und es funktioniert gut.
Würdest du sagen, eine Scheibe ist ein unvorhersagbares Ereignis?
Moore: Es kann so sein, aber dieses Mal hatte ich alles voll im Griff. Es war nicht schwer, die Soli zu spielen. Ich habe eine Menge improvisiert, und es kam ganz spontan aus mir heraus. Die ganze Scheibe zu machen dauerte nur drei Wochen. Ich habe zwischendurch in Deutschland noch ein paar Shows gespielt, habe live dabei schon fünf gesungen, und als ich zurückkam, war mein Gesang für diese Lieder schon bestens eintrainiert. Ich kann das auch nur jedem empfehlen, eine kleine Pause einzulegen, ein paar Shows zu spielen, neue Songs ausprobieren, dann fühlt man sich gleich viel zufriedener, wenn man ins Studio zurückkommt.
Was machst du, um zu einem Zeitpunkt die bestmögliche Scheibe abzuliefern? Zwingst du dich vorher zum Schreiben, schließt du dich ein, jammst du mit der Band?
Moore: Ich schreibe die Texte jetzt immer zuerst. Ich bin verrückt geworden, wenn im Studio alle mit verschränkten Armen dasaßen, nachdem die Basic-Tracks eingespielt waren und auf mich warteten, dass ich die Texte schrieb. Jetzt schreibe ich alles in ein Buch. Und wenn ich die Worte ausspreche, fällt es mir ganz leicht, dazu die Musik zu schreiben. Sind die Zeilen zum Beispiel traurig, wird es ein langsamerer Song. Worte diktieren dir die Musik und wie sie läuft. Das geht so ganz einfach.
Ist es schwer, die richtigen Worte zu finden?
Moore: Ja, dabei bringe ich meine Lieder als wirklich wahre Geschichten. Sie handeln davon, was mir oder anderen Leuten echt passiert ist. Aber sag? es keinem weiter.
Was ist eigentlich deine Hauptquelle für Inspirationen deiner Musik?
Moore: Es sind Frauen! Ich bin manchmal mit Frauen zusammen, die für mich für eine Weile richtige Musen sind.
Siehst du dich eher als Musiker oder Geschäftsmann, wenn du an Plattenverkäufe in Zeiten von MP3 und Downloads denkst?
Moore: Nein, ich mache nur die Scheiben und bringe sie raus. Um Verkäufe können sich andere kümmern. Ich habe keine Hit-Singles mehr. Das war in den Achtzigern. Ich will nur eine gute Platte veröffentlichen, auf Tour gehen und sie da promoten.
Mit welchen Musikern spielst du jetzt zusammen?
Moore: Da haben wir einmal Brian Downey an den Drums. Der war früher bei "Thin Lizzy", dann Pete Rees am Bass und Vic Martin an den Keyboards. Wir sind nur zu viert.
Welche neuen Lieder können wir in Duisburg erwarten?
Moore: Wir bringen "Mojo Boogie" (mit Slide-Guitar), "Down the Line", "Bad or You Baby", "Walking Thru The Park" und "I Love You More You'll Ever know". So in etwa.
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