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Duisburg: Ob groß, ob klein, wer wird Chef im Rathaus sein?

VON DIETER KRÜSSMANN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012

Duisburg (RP). Im Ratssaal des Duisburger Rathauses residierten gestern die Narren. Bevor der Rosenmontagszug sich in Bewegung setzt, trifft sich hier schon traditionell fast die gesamte politische Prominenz, Vertreter der Wirtschaft, Förderer des Duisburger Karnevals und Abordnungen der Karnevalsgesellschaften.

Beim Prinzenfrühstück zur närrischen Zeit 11.11 Uhr ist dies immer eine wunderbare Gelegenheit, sich bei einem heimischen Gerstensaft und einem kleinen Imbiss zu unterhalten, närrisch versteht sich.

Doch in dieser Session ist alles ein wenig anders. Die "Skyliners", viele Jahre als Stimmungskapelle dabei, spielten nicht mehr. Der Vorstand des Hauptausschusses Duisburger Karneval (HDK) ist neu formiert – und in diesem Jahr gibt es keinen Oberbürgermeister, jedenfalls nicht am Rosenmontag.

Ihm war es früher immer vorbehalten, eine ausgefeilte Rede zu halten. Bürgermeister Benno Lensdorf begrüßte stattdessen die vielen Gäste und bedankte sich dafür, dass durch die Unterstützung von Sponsoren das jecke Brauchtum nicht verloren gehe. Als Gerhard Mercator verkleidet, passend zum 500. Jubiläumsjahr, meinte er: "Ich war gerne dazu bereit, doch ist es nur ein Job auf Zeit. Am nächsten Rosenmontag schon steht hier wieder eine andere Person."

Ihm zur Seite standen die Bürgermeister Osenger und Kocalar, die ebenfalls in einem mittelalterlichen Outfit auftraten. In Reimform berichtete Mercator über seine Stadt-Erkundungsrunde. Erwähnt wurde alles über die Veränderung in der Stadt (und die Schulden), sei es nun das Factory Outlet Center in Marxloh, die Situation beim MSV (hier tritt man auf der Stelle – im unteren Drittel der Tabelle), die Situation bei der Gebag, die Innenstadt mit ihren Einkaufszentren oder das Problem Küppersmühle und das Landesarchiv NRW. "Ins Landesbau-Prestige-Objekt hat man Millionen reingesteckt. die Rechnung aber explodierte, weil man nicht gründlich kalkulierte" – so die Kritik in Reimform.

Keine Ambitionen

Natürlich machte er auch auf die Situation im Rathaus, sprich die OB-Kandidatensuche, aufmerksam. "In Duisburg fragt sich groß und klein, wer soll nun Chef im Rathaus sein?" Er selbst habe keine Ambitionen, doch die Stadt brauche eine Lichtgestalt, fernab von parteilicher Gewalt. Stadtprinz Günter II. ließ Lensdorf anschließend ohnehin keine Chance mehr, das Rathaus zu verwalten.

Seine Tollität verwies auf das Motto "Bei all der ganzen Narrenpracht – Mercator hätte mitgemacht!" und erklärte: "Das Lachen ist zurückgekehrt. Tag und Nacht soll der Frohsinn Schule machen." Aus den Händen von Benno Lensdorf erhielt er den übergroßen Schlüssel fürs Rathaus nebst "Macht-Urkunde". Nicht lange dauerte es dann, bis er mit seiner Prinzencrew zu seinem Prunkwagen startete, um sich anschließend von oben seinem närrischen Volk zu widmen.

Quelle: RP/url


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