Kamp-Lintfort/Duisburg: Obdachlosenmord: Vier Festnahmen
zuletzt aktualisiert: 28.05.2010 - 13:39Die Polizei hat im Fall des in Kamp-Lintfort ermordeten Obdachlosen vier mögliche Täter festgenommen. Der Zugriff muss in der Nacht zu Freitag erfolgt sein. Am Freitag um 18 Uhr gibt es eine Pressekonferenz.
"Wir haben vier Festnahmen", sagt Maria Wischmann, Pressesprecherin der Polizei Duisburg. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll es sich dabei um vier Jugendliche handeln. Zwei der Verdächtigen sollen gestanden haben, zwei weitere hat die Polizei offenbar wieder auf freien Fuß gesetzt haben. Sie sollen zwar auch der Gruppe angehört, sich aber entfernt haben, bevor es zu dem Angriff auf das Opfer kam. Die Polizei wollte das nicht bestätigen. Erst auf der Pressekonferenz um 18 Uhr im Polizeipräsidium Duisburg sollen Einzelheiten der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Zwei Ermittler der Spurensicherung sind zur Stunde am Tatort, um die Tatnacht erneut zu rekonstruieren. Sie wollen belegen, ob sich die Aussagen der Festgenommenen mit den Spuren am Tatort decken.
Der Obdachlose Klaus B. war in der Nacht zu Pfingstsonntag mit schweren Kopfverletzungen auf dem Parkplatz am Spaßbad Pappelsee gefunden worden. Der sehbehinderte Mann hatte in einem alten Opel Corsa gelebt. Das Auto hatte ihm ein Freund, Johannes F., geliehen. Die beiden Männer hatten sich nach Informationen unserer Redaktion in der psychiatrischen Anstalt in Rheinhausen kennen gelernt. F. sagt, hin und wieder habe das Opfer auch bei seiner Tante übernachtet, bei der F. auch selbst wohnte. Die Tante habe das aber nicht gewollt, sie habe Angst vor dem Opfer gehabt.
Am Donnerstag hatte die Polizei eine Aufnahme mit den Stimmen veröffentlicht. Die Stimmen hatten die Ermittler auf dem Handy des 51-Jährigen, das sie völlig demoliert in Tatortnähe gefunden hatten, wiederherstellen können. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich bei den Stimmen um die mutmaßlichen Täter handelt.
Die Nichte des Opfers, Nadine B. erklärte gegenüber unserer Redaktion, sie habe in der Stimme, die auf der Aufnahme am längsten zu hören ist, ihren Onkel erkannt: "Ich habe mir das 30 Mal angehört. Das war mein Onkel", so die 24-Jährige. Auch Johannes F. bestätigt diese Einschätzung.
Die Fahnder der 20-köpfigen Mordkommission rekonstruierten auch ein Video, das das Opfer vermutlich kurz vor seinem Tod von seinen Peinigern gemacht hat. Das Bildmaterial konnte jedoch noch nicht ausgewertet werden, weil es stark beschädigt ist. Die Aufnahme soll gegen 1.10 Uhr am Pfingstsonntag gemacht worden sein. Anwohner fanden den Obdachlosen etwa eine Stunde später tot in einer Blutlache auf dem Parkplatz des Spaßbades Pappelsee.
Bereits am 28. Dezember des vergangenen Jahres hatte die Polizei Informationen erhalten, dass der obdachlose Klaus B. schon einmal auf dem Parkplatz mit unbekannten Jugendlichen in Streit geraten sei. Ein Heranwachsender soll damals gedroht haben, dem 51-Jährigen Gewalt anzutun. Klaus B. habe aber keinen Strafantrag bei der Polizei gestellt.
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