Duisburg: Ohne Reue in die Manege
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 12.05.2010 - 09:25Duisburg (RPO). Die Kinder der Grundschule Auf dem Berg werden Zirkusartisten – Zauberer, Seiltänzer, Ziegen-Dompteure. Hinter den Kulissen laufen auch Kunststücke ab: das Zusammenkratzen von 9000 Euro und riesiger logistischer Aufwand.
Bergheim Das Wagnis, das jetzt noch kommt, sind Proben, Lampenfieber, aufregende Auftritte kleiner Leute vor großem Publikum im echten Zirkuszelt. Das vielleicht noch größere Wagnis hat das Kollegium bereits gemeistert: Das Projekt einfach in Angriff zu nehmen, ohne sichere Finanzierung und ohne Klarheit darüber, wie viele Helfer sich finden würden. "Wir haben die Katze im Sack gekauft", erzählt Camilla Dormagen, Leiterin der Grundschule Auf dem Berg.
Das Zirkusprojekt läuft unter der Regie einer echten Zirkusfamilie. Alle rund 160 Schüler von den Erst- bis zu den Viertklässlern üben drei Tage lang in kleinen Teams Auftritte für vier öffentliche Vorstellungen am Freitag, 21., und Samstag, 22. Mai. Die einen sind Zauberer, die anderen Akrobaten, wieder andere werden mit Ziegen, Ponys und Tauben in die Manege treten. Alle Gruppen sind bunt gemischt, quer durch die Jahrgänge und Klassen.
Es gibt noch Karten
Vorstellungen mit freien Plätzen sind Freitag, 21. Mai, 17 Uhr; Samstag, 22. Mai, 14 und 17 Uhr.
Empfehlung Besonders viele Plätze sind noch für die Freitagvorstellung frei (freie Platzwahl).
Eintritt Kinder drei, Erwachsene sieben Euro
Vorverkauf Täglich 10 bis 11 Uhr in der Schule, Auf dem Berg 15; Spielwaren Hembach, Friedrich-Alfred-Straße; Reiseecke-Lotto-Post Körner, Kronprinzenstraße 11. Es gibt auch eine Tageskasse.
Das Vorhaben soll keinen "Eventcharakter" haben, betont Schulleiterin Dormagen. Das Thema "Zirkus" hatte sie zuerst sogar skeptisch gemacht: "Was im Moment alle machen, müssen wir nicht tun", sagt sie. "Aber es passt eben gut zu unseren Werten. Wir fördern das Selbstwertgefühl und die Begabungen der Kinder und entwickeln soziale Verantwortung weiter." Beim gemeinsamen Üben erkennen die älteren Kinder ihre Stärken, die jüngeren fassen Vertrauen und haben gleichzeitig Ansporn. Außerdem, so Konrektorin Ursula Tiedemann, "kann jeder mal mit Talenten glänzen, die sonst nicht so zum Tragen kommen". Beim Seiltanz etwa, oder beim Lustigsein als Clown.
Bis zu 350 Zuschauer im Zelt
Zum Gemeinschaftserlebnis gehört, dass die Projektzeit mit einem interreligiösen Gebet beginnt. Und nicht zuletzt werde die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern schon jetzt sehr gestärkt, erzählt Dormagen: Rund 70 Eltern helfen bei der Betreuung der Gruppen, bauen das Zirkuszelt auf der Wiese an der Schule auf, organisieren Kartenverkauf und Zirkuscafé: "Für eine kleine Schule wie uns ist das ein riesiger logistischer Aufwand."
Wenn das Projekt ein Erfolg wird, soll es alle vier Jahre stattfinden. Die Finanzierung scheint jedenfalls inzwischen zu stehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 9000 Euro. Ein Sponsorenlauf hatte im Vorfeld 2000 Euro eingebracht. Dann kam noch eine Förderung durchs Land über 4400 Euro, und jetzt läuft der Kartenverkauf gut. Ins Zelt passen 350 Gäste, die erste Vorstellung am Freitagvormittag ist bereits ausverkauft. "Wir werden bei Plus-Minus-Null auskommen", so Dormagen.
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