Duisburg: Olympiasiegerin ist Presbyterin
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Duisburg (RP). Nicole Uphoff-Selke ist ins Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Baerl gewählt worden. Die vierfache Dressur-Olympiasiegerin möchte sich mit ihren Mitstreitern für die Jugendarbeit starkmachen. Dabei setzt sie vor allem auf ihre jüngeren Presbyter-Kollegen.
Baerl Am 5. Februar fanden Presbyteriumswahlen statt. Seitdem sind in den Leitungsgremien der Kirchengemeinden im Duisburger Westen einige neue Gesichter zu sehen. Für die Wahl zur Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde Baerl ließ sich auch die gebürtige Duisburgerin Nicole Uphoff-Selke aufstellen – und wurde als eine von sechs Presbytern gewählt. Die 44-Jährige plant, sich mit ihren Mitstreitern in der Jugendarbeit starkzumachen.
Familiäres Leben in Baerl
Wer bei dem Namen Uphoff hellhörig wird, liegt mit seiner Assoziation vielleicht gar nicht falsch. Nicole Uphoff ist vielen Pferde- und Reitsportliebhabern noch immer ein Begriff. Die gebürtige Duisburgerin machte in den 90ern durch zahlreiche Erfolge von sich reden, war vierfache Dressur-Olympiasiegerin. Vor mehr als 15 Jahren beendete Nicole Uphoff – heute Uphoff-Selke – ihre aktive Reitsportkarriere. Seitdem arbeitet und lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Baerl und führt dort ein familiäres Leben. Seit sie mit dem Dressurreiten aufgehört hat, engagiert sie sich ehrenamtlich in ihrem Stadtteil.
Ergebnisse der Wahl
Wahlberechtigte 1984
Abgegebene Stimmen 413
Jeder Wahlberechtigte darf sechs Stimmen abgeben.
Verteilung der Stimmen
1. Sibille Weyand 363 Stimmen
2. Renate Bosch 286 Stimmen
3. Katarin Wagner 285 Stimmen
4. Jürgen Bongards 268 Stimmen
5. Günter Müller 266 Stimmen
6. Nicole Uphoff-Selke 208 Stimmen
7. Petra Diederichs 148 Stimmen
"Als ich gefragt wurde, ob ich mich zur Wahl als Presbyterin aufstellen lassen möchte, habe ich kurz gezögert", gibt sie zu. "Das ist mit viel Arbeit verbunden, dachte ich zunächst. Aber ich bin ja so oder so ehrenamtlich tätig, also habe ich mich aufstellen lassen", erklärt sie und lacht. Zudem gebe es ohnehin nicht viele Menschen, die sich für das Amt bewarben, da viele einfach nicht genug Zeit hätten.
Sieben Kandidaten hatten sich auf sechs Stellen beworben. "Es war also nicht ganz unwahrscheinlich, dass ich Presbyterin werden würde", so Uphoff-Selke bescheiden. Bereits seit einigen Jahren ist sie ehrenamtlich in der Evangelischen Kindertagesstätte Baerl tätig. "Wir haben im vergangenen Jahr einen Förderverein zurück ins Leben gerufen, den es schon einmal gegeben hatte", berichtet sie. "Wir haben Spenden gesammelt für die Kita und hatten damit viel Erfolg, sind sogar über das Spendenziel hinausgeschossen."
Junge Presbyter helfen
Jetzt ist sie Presbyterin und möchte ihrer Linie, Kinder und Jugend zu unterstützen, treu bleiben. "Ich muss mich da jetzt erst einmal reinarbeiten. Mir ist aber die Jugendarbeit, die Arbeit mit den Schulen und Kitas sehr wichtig", fasst sie zusammen. Nicole Uphoff-Selke ist froh, dass ihr dabei auch ein paar jüngere Presbyter zur Seite stehen. Denn die wüssten, was die Jugend beschäftigt. "Kirche muss nicht langweilig und uninteressant sein, und man muss auch nicht unbedingt bibelfest sein", meint sie. "Es geht um Zusammengehörigkeit und darum, den Stadtteil und die Kirche für Jugendliche attraktiv zu machen, damit auch sie sich wieder mehr engagieren."
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







