Duisburg: Opernabend: Zickenkrieg der Mezzosoprane
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009Duisburg (RPO). Dass ein Dirigent zu Beginn der Vorstellung nicht nur vom Publikum, sondern auch vom Orchester mit Beifall begrüßt wird, kommt selbst an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg eher selten vor. Jetzt bei der Duisburger Wiederaufnahme des Doppelabends "Cavalleria rusticana" von Pietro Mascagni und "Pagliacci" ("Der Bajazzo") von Ruggero Leoncavallo war es so. Kein Wunder, denn Giordano Bellincampi, Italiener und Wahl-Däne des Jahrgangs 1965, sorgte am Dirigentenpult der Duisburger Philharmoniker mit schwingenden Einsätzen für eine inspirierte, dramatisch zugespitzte und dabei doch immer mittelmeerisch licht klingende Aufführung.
Im vorweihnachtlichen Marathon der Premieren und Wiederaufnahmen an der Rheinoper war das ein leuchtender Höhepunkt. Die jederzeit werkdienliche und packend erzählte Inszenierung von Christoph Loy wirkt auch fast sieben Jahre nach der Premiere und viereinhalb Jahre nach ihrem vorläufigen Verschwinden aus dem Repertoire frisch wie am ersten Tag. Alle Sänger fühlen sich mitreißend in den italienischen Stil ein.
Im Mittelpunkt von "Cavalleria rusticana" steht die ewig junge Jeanne Piland als verlassene Santuzza, dicht gefolgt von Geneviève King als durchtriebene Lola. Ein herrlicher – im Stück letztlich tödlicher – Zickenkrieg der Mezzosoprane. Bei "Pagliacci" liegt der Focus eher auf Startenor Gary Lehman. Wie schon kürzlich die Titelpartie in Benjamin Brittens "Peter Grimes" (die RP berichtete) kann er den Canio als im Grunde herzensgut, aber bereits des Wahnsinns fette Beute anlegen.
Die nächsten Vorstellungen sind am 23. und am 30. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 27. Dezember, um 18.30 Uhr. Karten gibt es im Opernshop oder unter Tel. 0203 / 940 77 77.






dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.