Duisburg: Ortsverein darf nicht zur Wahl
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 13.12.2008Duisburg (RPO). Die SPD stimmt Montag darüber ab, welche Bundestagskandidaten sie ins Rennen schickt. Im Süden bahnt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an – nun umso mehr. Denn die Hochemmericher haben sich einen groben Schnitzer erlaubt.
Vertreterversammlung
Gewählt werden am Montag:
die Bundestagskandidatin für den Wahlkreis 116 / DU I (Stadtbezirke Süd, Mitte und Rheinhausen)
der Bundestagskandidat für den Wahlkreis 117 / DU II (Walsum, Hamborn, Meiderich / Beeck und Homberg / Ruhrort / Baerl)
die 16 Delegierten und Ersatzdelegierten für die Landesdelegiertenkonferenz am 20. März 2009 zur Aufstellung der Landesreserveliste für die Bundestagswahl.
Hochemmerich Die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Weis stellt sich am Montag bei der Vertreterversammlung in der Rheinhausen-Halle den Mitgliedern, um erneut als Bundestagskandidatin für den Duisburger Süden aufgestellt zu werden. Da ist an diesem Wochenende bei der 50 Jahre alten Neudorferin wohl das große Zittern angesagt, denn dass sie sich gegen ihre Herausforderin Bärbel Bas durchsetzt, gilt alles andere als sicher. Beim Unterbezirksparteitag der Sozialdemokraten Ende September im Steinhof in Huckingen musste sich Petra Weis ihrer Konkurrentin mit 132 zu 137 Stimmen geschlagen geben. Ein denkbar knappes Ergebnis. Petra Weis ist also am Montag auf jede einzelne Stimme angewiesen. Umso pikanter ist nun die Nachricht aus Hochemmerich: Die 13 Delegierten des drittgrößten SPD-Ortsvereins in Duisburg, die Petra Weis im September noch ihre Unterstützung zugesagt hatten, dürfen bei der Vertreterversammlung am Montag nicht mitwählen.
„Ohne es zu wissen, haben wir gegen das Bundeswahlgesetz verstoßen“, gestand der Ortsvereinsvorsitzende Dirk Smaczny gestern auf Anfrage. Der Vorstand des Ortsvereins habe die 13 Delegierten, die für den Unterbezirksparteitag vor einigen Wochen gewählt worden waren, einfach auch für die Versammlung am Montag gemeldet. „Und das geht so nicht. Laut Satzung hätten wir noch einmal formell zu einer Mitgliederversammlung einladen müssen, um die Delegierten erneut wählen zu lassen“, erklärte Smaczny. Sichtlich geknickt und beinahe kleinlaut gab sich der Ortsvereinsvorsitzende im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind alle sehr enttäuscht. Dieser Formfehler ist allein unsere Schuld. Jetzt ist es zu spät, den Fehler zu korrigieren. Und ich als Vorsitzender trage die Verantwortung dafür.“
Dirk Smaczny ist sich sicher, dass auch die neu gewählten Delegierten Petra Weis den Rücken gestärkt hätten. „Ich kann zwar nicht in den Kopf der einzelnen Mitglieder hinein schauen. Und wer am Montag wie gewählt hätte, hätte ich auch nicht nachvollziehen können. Aber ich bin mir sicher, dass die Ortsvereinsmitglieder hinter unserer Abgeordneten stehen“, so Smaczny.
Pech für Petra Weis: Ihr werden am Montag 13 sicher geglaubte Stimmen fehlen. Sollten es die insgesamt rund 270 Delegierten wieder so knapp werden lassen wie im September, könnte der Formfehler des Hochemmericher Ortsvereins tatsächlich ihr Schicksal besiegeln. Dann würde es heißen: Berlin, ade.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






