Duisburg: Pandora fährt in die Provence
zuletzt aktualisiert: 22.05.2007Duisburg (RPO). Da fehlt doch etwas an der Ecke Duisburger Straße, Moerser Straße in Homberg . . . Was war da bloß . . . Ach ja, eine Skulptur!
Es ist wie so oft mit Dingen, die man täglich sieht: Erst wenn sie nicht mehr da sind, registriert man, wie wichtig sie einem sind. So wunderten sich Homberger Ende vergangener Woche, als die „Pandora“, eine Bronzeplastik von Edwin Scharff (1877-1955) plötzlich verschwunden war. Schon wurde ein Verbrechen gewittert: Waren da Kunst- oder, noch schlimmer, Metalldiebe am Werk?
Nein, lediglich das Wilhelm-Lehmbruck-Museum, dem die Skulptur gehört, hatte an die Pandora Hand angelegt und sie abtransportiert. Die Dame darf im Sommer im sonnigen Süden verweilen: In der Bastide Rose, im Ort Le Thor bei Avignon. Insgesamt 14 Skulpturen aus Duisburg werden dort bei einer Ausstellung der Stiftung Salinger gezeigt, benannt nach Pierre Salinger, dem Sekretär des US-Präsidenten John F. Kennedy. Parallel zur Skulpturenschau ist im Rathaus von Avignon eine Foto-Dokumentation aus Anlass des 90. Geburtstags von Kennedy (1917-1963) zu sehen. Zudem wird natürlich ein Katalog erscheinen, in dem auch die „Pandora“ gewürdigt wird.
Kein Verbrechen, sondern ein Ehre wird der „Hombergerin“ also angetan. Im Oktober soll sie übrigens zurück kommen und ihren angestammten Platz in Homberg wieder einnehmen. Und statt provencalischer Kräuteraromen erneut dicke Stadtluft atmen.
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