Duisburg: Parken? Hier nicht!
VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 25.05.2007Duisburg (RPO). Wer derzeit sein Auto entlang der Straße Im Schlenk abstellen will, braucht viel Geduld. Denn dort, wo es einst einen Park-and-Ride-Parkplatz gab, wird jetzt gebaut. Den Ärger der Kunden bekommen die Geschäftsleute zu spüren.
Es ist Vormittag in Wanheimerort, Marktzeit, wie jeden Dienstag und Donnerstag. Auf der Fischerstraße reiht sich Obst-, an Gemüse-, an Blumenstand. Allein die Parkplatzsuche steht dem Einkauf im Weg. Also: Fahndung nach einer Pkw-Abstellmöglichkeit entlang der Straße Im Schlenk. Auf der linken Seite (aus Richtung Düsseldorfer Straße kommend), dort, wo früher Bahn-Pendler auf dem Weg nach Düsseldorf ihre Fahrzeuge parken konnten, baut die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein neues Altenheim. Keine Chance, an dieser Stelle das Auto los zu werden. Vor dem Rohbau, so besagt es ein Verkehrsschild, dürfen lediglich Taxen für kurze Zeit halten, rundherum belegen Baufahrzeuge theoretisch zur Verfügung stehenden Abstellraum. Also heißt es: Weitersuchen.
Gut zu wissen
Die Besonderheit des AWO-Seniorenzentrums, das derzeit an der Ecke Düsseldorfer Straße / Im Schlenk entsteht, ist das dritte Obergeschoss, das über eine vollständig auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen abgestimmte Einrichtung verfügt. Zum Beispiel sollen so genannten „Erinnerungsecken“ entstehen, in denen die Patienten durch Riechen, Sehen und Tasten ihre Wahrnehmung verbessern können.
Wo sind die Arbeiter?
Ein Stück die Straße hoch, auf derselben Seite, sind die Erfolgsaussichten auch nicht viel besser. Auf gut 150 Metern blockieren gelbe Baustellen-Absperrungen den Seitenstreifen. Gearbeitet wird an diesem Vormittag nicht. Dem Vernehmen nach sollen hier die Stadtwerke einen Zugang zum AWO-Neubau legen. Doch – Arbeiter sind nicht zu sehen, niemand reißt den Boden auf. Wozu dann die Barrieren? Eine offene Frage. Der Raum zum Parken ist jedenfalls futsch.
Gudula Nocker, Mitinhaberin des Geschäfts „Schneider-Nocker – Sanitär, Heizung und Geschenkartikel“ beobachtet die Situation mit wachsendem Ärger. Ihr Ladenlokal liegt auf der Ecke Im Schlenk / Düsseldorfer Straße, im Herzen der Park-Problemzone, wenn man so will. „Seit zweieinhalb Wochen“, sagt sie, „tut sich rund um die Absperrung überhaupt nichts. Bei uns haben sich schon etliche Kunden beschwert.“ Da könne sie im Namen aller Geschäftsleute sprechen. „Es fehlt nicht nur an Parkplätzen, sondern auch an Be- und Entlademöglichkeiten. In diesem Monat haben wir gut 200 Euro für Knöllchen bezahlt.“
Dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite gebaut werde, betont die Geschäftsfrau, sei an und für sich eine gute Sache. „Es wäre nur schön, wenn Anwohner und Kunden über Ausweichparkmöglichkeiten informiert würden. Und wir wüssten auch gerne, wie’s weiter geht.“
Neuer Parkplatz
Wilma Katzinski von der „AWOCura“, der Betreiberin des künftigen Altenheims, verspricht schon mal dies: Der der Baustelle zum Opfer gefallene Park-and-Ride-Parkplatz soll nach Fertigstellung des auf Stelzen gebauten Gebäudes vermutlich ab Anfang September in voller Größe an derselben Stelle wieder zur Verfügung stehen.
Bis dahin muss wohl, wer in der Nähe der Ecke Im Schlenk / Düsseldorfer Straße einen Stellplatz sucht, vor allem zweierlei mitbringen – ein kleines Auto und vor allem viel Geduld.
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