Duisburg: Paten kauften 1400 Bücher
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 15.02.2011Duisburg (RPO). Im vergangenen Jahr, am Welttag des Buches, hat Bürgerstiftung Bibliothek das Duisburger "Buchpaten"-Projekt gestartet. Am gestrigen Valentinstag wurde Bilanz gezogen und ein neues "Buchpaten-Kleeblatt" vorgestellt.
29 Seiten mit einigen Hundert Titeln umfasst die aktuelle Wunschliste, die von den Lektorinnen und Lektoren der Duisburger Stadtbibliothek erstellt werden. In elf Duisburger Partnerbuchhandlungen liegt diese Liste aus, in der Hoffnung, dass sich ein "Pate" bereiterklärt, einen oder mehrere Titel für die Stadtbibliothek zu kaufen. Die Hoffnung ist offenbar nicht unbegründet: Am 23. April 2010, dem Welttag des Buches, hat die Bürgerstiftung Bibliothek das Duisburger "Buchpaten"-Projekt ins Leben gerufen. Und am gestrigen Valentinstag wurde Bilanz gezogen: Bislang konnten mehr als 1400 Bücher im Wert von über 20 000 Euro mit Hilfe der Paten für die Stadtbibliothek angeschafft werden. Gestern stellten sich in der Stadtbibliothek auch neue prominente Duisburger vor, die als "Buchpaten-Kleeblatt" neben dem Kabarettisten Kai-Magnus Sting und der Moderatorin Asli Sevindim Werbeträger sein wollen: Elisabeth Evertz, Inhaberin der Buchhandlung Scheuermann, Johanna Groeneweg-de Kroon, Geschäftsführerin des Kaufhof Duisburg und Zoodirektor Achim Winkler. Der Bundestagsabgeordnete Johannes Pflug ist das vierte "Kleeblatt", war gestern jedoch beruflich verhindert.
400 Buchpaten
Bislang gibt es 400 Duisburger Buchpaten, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Ab einem Beitrag von 50 Euro gibt es eine Spendenquittung. Wer möchte, darf das Buch, das er spendet, auch als Erster lesen. Nähere Informationen in der Stadtbibliothek unter Tel. 0203 283 2664 oder im Internet unter www.stadtbibliothek-duisburg.de/buchpate
Schrumpfender Etat
So erfreulich die Buchpaten-Bilanz der Bürgerstiftung Bibliothek auch ist, der Hintergrund für diese Initiative ist düster. Der Etat für die Anschaffung neuer Stadtbibliotheksmedien ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zusammengestrichen worden: 2008 betrug er 900 000 Euro, 2009 waren es 450 000 Euro und im vergangenen Jahr gab es nur 321 000 Euro, wobei noch erschwerend hinzukam, dass diese Summe erst im November freigegeben wurde, so dass die Stadtbibliothek fast ein ganzes Jahr lang kein Geld für die Anschaffung neuer Bücher besaß. In diesem Jahr wurden bislang nur 167 000 Euro freigegeben; ob es mehr wird, ist nach Einschätzung von Dr. Martin Fasselt, renommierter Wirtschaftsprüfer und Vorsitzender des Kuratoriums der Duisburger Bürgerstiftung Bibliothek, ungewiss.
Zweifellos zeigt der Erfolg der Buchpaten-Initiative, wie wichtig den Duisburgern eine gut ausgestattete Bibliothek ist. Das meinten auch die neuen prominenten Buchpaten. Elisabeth Evertz, selber Geschäftsführerin einer Partnerbuchhandlung, unterstützt das Projekt nicht nur aus eigenem geschäftlichen Interesse. Man müsse langfristig denken: Wenn in einer Stadtbibliothek permanent Ebbe herrsche, dann sei das verheerend für eine Stadt. Johanna Groeneweg-de Kroon outete sich gestern als begeisterte Leserin. Ein Buch sei wie "Kurzurlaub ohne Kofferpacken", meinte sie. Auf ihrem Plakat lässt sich die gebürtige Niederländerin mit Baudelaires "Les fleurs du Mal" ablichten; ein Buch, das in der Schule einst Pflichtlektüre für sie war, das sie aber dennoch als lebenslanges Lieblingsbuch für sich entdeckt habe.
Achim Winkler hatte im vergangenen Herbst in der Zentralbibliothek Tiergeschichten gelesen und dabei das Eintrittsgeld der Bürgerstiftung Bibliothek gestiftet. Der Zoo und die Bibliothek seien wichtige städtische Einrichtungen: "Da ist es doch klar, dass wir zusammenhalten müssen", meinte er.
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