Duisburg: Pendeln gehört zum Schulalltag
VON SANDRA KAISER UND MARITA JÜNGST - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Duisburg (RPO). Ohne die Genehmigung der Bezirksregierung kann die Stadt Duisburg kein Berufskolleg schließen. Schließungen seien nur dann zulässig, wenn die Schülerzahlen zu gering seien, oder den Schülern kein Nachteil dadurch entstehe.
Berufskollegs
Mit neun Berufskollegs liegt die Stadt Duisburg gleichauf mit Essen.
In Düsseldorf gibt es dagegen elf Berufskollegs.
Das Bertolt-Brecht-Berufskolleg ist beispielsweise das Einzige im Regierungsbezirk, das eine Fachklasse für Zweiradmechaniker anbietet.
Huckingen/Rheinhausen Über die weitere Zukunft der Berufskollegs in Huckingen und in Rheinhausen ist noch nicht entschieden. Der Rat der Stadt wird sich erst in seiner nächsten Sitzung mit den Schließungsplänen beschäftigen. Ob das Bertolt-Brecht- und das Willy-Brandt-Berufskolleg am Ende tatsächlich geschlossen werden, entscheidet die Stadt allerdings nicht allein. Das letzte Wort hat die Bezirksregierung in Düsseldorf. Die hat inzwischen von den Plänen gehört, wird sich aber erst nach einem entsprechenden Ratsbeschluss mit dem Thema beschäftigen. Allerdings gelten bei Schulschließungen ganz allgemein gültige Regeln. "Eine Schule kann geschlossen werden, wenn sie nachweislich zu wenig Schüler hat", erklärte Jennifer Spitzner, Pressesprecherin bei der Bezirksregierung auf Anfrage der RP.
Zweite Möglichkeit: "Die Stadt kann eine Schule schließen, wenn dadurch kein Schüler eingeschränkt wird." Das bedeutet gleichzeitig, dass die Stadt beispielsweise bei den bezirksübergreifenden Fachklassen das Angebot an anderer Stelle vorhalten müsste, sprich an einem anderen Berufskolleg.
Das Argument der vielen Einpendler (2250) dagegen wird bei der Bezirksregierung wohl nicht akzeptiert. Bei den Berufskollegs komme es nicht darauf an, aus welcher Stadt die Schüler stammten, sagt Jennifer Spitzner. Vielmehr habe der Arbeitgeber das Recht, dass seine Auszubildenden in unmittelbarer Umgebung des Firmensitzes unterricht werden.
Außerdem ist bei Schülern der Berufskollegs pendeln an der Tagesordnung. In Krefeld beispielsweise kommen rund 80 Prozent der 2800 Schüler am BK Glockenspitz aus dem Umland, an zwei weiteren Berufskollegs sind es jeweils die Hälfte der Schüler. Zählt man diese zusammen, kommt man auf mehr als 2250 Einpendler, die in Duisburg gezählt werden.
Wie viele Auspendler – Duisburger, die Berufskollegs in anderen Städten besuchen – den Einpendlern gegenüberstehen, kann die Stadt Duisburg übrigens nicht sagen. Diese Zahlen würden nicht erfasst, hieß es auf Anfrage. Wolf Machon, Schulleiter am Bertolt-Brecht-Berufskolleg, hat sich jedoch einmal die Mühe gemacht und die Duisburger Schülerzahlen in den Fachklassen im gesamten Regierungsbezirk hochgerechnet. Dabei, so meint er, käme man auf deutlich mehr als 2250 Schüler. So müssen beispielsweise die Duisburger Bäcker nach Krefeld, Oberhausen oder Wuppertal fahren und die Bankkaufleute werden in Düsseldorf, Mülheim oder Remscheid unterrichtet.
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