Duisburg: Pfarrer: Keine Radikalen an der Moschee
zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 13:32An der Duisburger Merkez-Moschee gibt es aus Sicht des katholischen Vertreters im Beirat der angeschlossenen Begegnungsstätte keine radikalen oder extremistischen Strömungen.
Auch lägen keine finanziellen Unregelmäßigkeiten vor, sagte Pfarrer Michael Kemper am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Duisburg. Allerdings stehe der konservativ ausgerichtete Vorstand vor der Bewährungsprobe, auch die anderen Kräfte in der Gemeinde einzubinden.
Der Moscheevereins-Vorsitzende Mehmet Özay war im Dezember zurückgetreten und hatte dies mit einer konservativen Ausrichtung der Gemeinde begründet. Die im Oktober 2008 eröffnete Moschee mit dem Begegnungszentrum galt bislang als bundesweites Vorzeigeprojekt für einen transparenten Islam, der für das Gespräch zwischen den Kulturen und Religionen offen ist. Die EU und das Land Nordrhein-Westfalen förderten das 7,5 Millionen Euro teure Projekt mit 3,2 Millionen Euro. Die übrigen Kosten übernahm die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), die der staatlichen Religionsbehörde in der Türkei untersteht.
Nach den Worten Kempers gibt es zwischen dem Beirat und der DITIB aber eine Kontroverse über die Satzung der Begegnungsstätte. Die DITIB wolle, dass der bisher selbstständige Trägerverein der Begegnungsstätte Mitglied es muslimischen Dachverbands wird. Dies werde mit einer zu verbessernden Kommunikation zwischen Gemeinde und Begegnungsstätte begründet. Demgegenüber wolle die Mehrheit im Beirat die Selbstständigkeit der Begegnungsstätte erhalten.
Die inhaltliche Arbeit der Begegnungsstätte wird derzeit von zwei hauptamtlichen muslimischen Referenten gestaltet, die das Bildungsprogramm nach den grundsätzlichen Leitlinien des Beirats planen und auch nicht-muslimische Kräfte engagieren.
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