Duisburg: Pfarrer Satzvey geht
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010Duisburg (RPO). Pfarrer Andreas Satzvey gibt seine Stelle in Bergheim auf. Bereits am Montag tritt er einen neuen Posten an. Derweil wird der Protest gegen einen möglichen Abriss des Gemeindezentrums "Auf dem Wege" immer lauter.
Bergheim Andreas Satzvey gibt seine Stelle aus Pfarrer in der Bergheimer Friedenskirchengemeinde auf. Bereits am kommenden Montag, 1. Februar, wird er eine neue Stelle als Schulpfarrer im Kirchenkreis Moers antreten. Am Sonntag will Satzvey im Gottesdienst die Gemeindeglieder offiziell von seinen Plänen unterrichten. Das bestätigten gestern auf Anfrage unserer Zeitung sowohl der Moerser Pfarrer im Ruhestand Matthias Fritzsche, Vorsitzender des Bevollmächtigten-Ausschusses, der seit rund einem Jahr die Geschicke der Gemeinde leitet, als auch der Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises Moers, Egbert Schäffer.
Gemeinde in Aufruhr
Pfarrer Satzveys Kritiker hoffen, dass sein Weggang die Probleme innerhalb der Gemeinde löst und wieder für normale Verhältnisse sorgt. Wie berichtet hatte sich vor gut einem Jahr das Presbyterium aufgelöst. Ein Presbyter nach dem anderen war zurückgetreten, nicht zuletzt, weil es unüberbrückbare Differenzen mit Satzvey gegeben hatte. Daraufhin hatte der Kirchenkreis Moers einen Bevollmächtigten-Ausschuss eingesetzt, der aus Kirchenkreis-Mitgliedern von außerhalb besteht. Er soll die Geschäfte der Gemeinde so lange kommissarisch führen, bis die Streitigkeiten beseitigt und eine neue Presbyteriumswahl angesetzt werden kann.
Bislang gab es wenig Hoffnung, dass dies sehr bald geschehen wird. Pfarrer Satzvey ist nach wie vor umstritten. Gemeindeglieder, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten, viele hätten das Gefühl, dass sich Satzvey nicht genug für die Gemeinde einsetze. Die Meinungsverschiedenheiten gingen sogar so weit, dass Gemeindeglieder zu Trauungen, Taufen und Beerdigungen extra Satzveys Vorgänger Wolfgang Wallrich aus Bonn kommen ließen.
Die Nachricht vom Weggang Satzveys wird in Bergheim vermutlich wie eine Bombe einschlagen. Auch, weil sie zu einem Zeitpunkt kommt, an dem die Gemeinde ohnehin in Aufruhr ist: Das Gemeindehaus "Auf dem Wege" an der Peschmannstraße mitsamt dem Jugendzentrum "Tempel" soll abgerissen werden. Diesen Vorschlag zumindest hat eine Arbeitsgruppe um Pfarrer Andreas Satzvey und Pfarrerin Beate Rosenbaum-Kolrep gemacht.
Weg aus der Finanzmisere
Der Bevollmächtigten-Ausschuss hatte sie damit beauftragt, verschiedene Alternativen zur Lösung der finanziellen Misere – ein Defizit von rund 100 000 Euro muss die Bergheimer Gemeinde jedes Jahr ausgleichen – auszuarbeiten. 14 verschiedene Lösungsmöglichkeiten wurden laut Matthias Fritzsche diskutiert. Als die tauglichste sei schließlich diejenige befunden worden, das Gebäude an der Peschmannstraße abzustoßen und die dortigen Angebote in den zweiten Standort der Gemeinde an der Lutherstraße zu integrieren, wo sich die Kirche, ein weiteres Gemeindehaus und das Jugendzentrum "Area 51" befinden. Entschieden ist laut Fritzsche aber noch nichts.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







