Duisburg: Pflanzen suchen ein Zuhause
VON CHANTAL FRANCO - zuletzt aktualisiert: 31.01.2012Duisburg (RP). Das Tropen- und Subtropenhaus im Botanischen Garten Hamborn ist geschlossen. Jetzt wurden die ersten Pflanzen vom Duisburger Zoo entnommen, der damit das Tropen- und Affenhaus begrünen und aufwerten will.
In den Gewächshäusern des Botanischen Garten Hamborn wird in diesen Tagen zur Schaufel gegriffen. Allerdings nur, um Pflanzen zu entnehmen. Eines der Häuser wird in eine Orangerie umgewandelt, das andere wird bis auf das Trägergerüst abgerissen (wir berichteten). Die gesamte Anlage soll innerhalb von zwei Jahren umgestaltet und zur Landmarke umfunktioniert werden.
Als einer der ersten war der Duisburger Zoo vor Ort, um "handliches Grün" zu entnehmen. Zooinspektor Jan Swatek suchte vornehmlich für das Tropenhaus Rio Negro und das Affenhaus Pflanzen, die sich für die Aufwertung der Anlagen eignen. Als weitere Interessenten sind der Aquazoo Düsseldorf, die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen sowie die Universität im Gespräch. Letztere interessiere sich vor allem für einige der Sukkulenten. "Die extrem großen Exemplare werden wohl keinen Abnehmer finden", meinte Volker Heimann, stellvertretender Leiter des Amtes für Umwelt und Grün.
Im Laufe des Monats Februar sollen die restlichen Pflanzen komplett abgeräumt werden. Dabei müsse aufgrund der Sicherheitsbestimmungen mit extremer Vorsicht ans Werk gegangen werden. Marode Glasscheiben könnten Arbeiter in einigen Bereichen des Hauses gefährden. Bis zum Sommer soll das Glas raus, danach beginnen die Abrissarbeiten am Gewächshaus. Die Abtrennung zur Orangerie werde bleiben, ob in Form einer Glasfassade ist noch nicht geklärt.
Das Tropen- und Subtropenhaus, in dem zurzeit die Pflanzen abtransportiert werden, werde bis auf das Gerippe abgerissen, so Heimann. Das diene dann als Rankgerüst für Schlingpflanzen, die die stählernen Träger begrünen sollen. "Außerdem soll das Gerüst farbig gestaltet werden", erklärte Stadtdirektor Dr. Peter Greulich. Eine Signalfarbe solle die Landmarke "visuell offensiv bewerben".
Insgesamt solle der Botanische Garten aber nicht mehr beworben werden als bisher. "Unsere Grünflächen erhalten auch so ausreichend Zuspruch", sagte Greulich. Der Zugang an der Beecker Straße soll erweitert werden, um den Garten für Besucher zu öffnen. Eine Beleuchtung der Landmarke sei wünschenswert, müsse aber im Hinblick auf die Betriebskosten gut durchdacht werden. Der Teich im Park soll erhalten und optisch natürlicher gestaltet werden.
Bürgerengagement
Zwei Jahre soll der Umgestaltungsprozess des gesamten Botanischen Gartens dauern. Eine weitergehende Einbindung der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Tropenhäuser starkgemacht hatte, sei denkbar und wichtig, so Greulich: "So ein Zeichen von Bürgerengagement braucht der Botanische Garten." Voraussetzung sei, dass dann auch die Verantwortung geteilt werde.
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