Duisburg: Pinkwart stellt sich Studenten
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 20:56Am Mittwochnachmittag stellte sich NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart an der Universität Duisburg-Essen den Fragen der Studenten. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Anschließend fand eine Großdemonstration statt.
„Die Ruhr brennt” stand auf einem Plakat im Audimax der Universität Duisburg-Essen. Als kurz nach 16 Uhr NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart die Bühne betritt, um mit den Studenten über die Hochschulpolitik zu diskutieren, kochte der Saal.
Mehr als 1000 Studenten begrüßten den 49 Jahren alten FDP-Politiker mit einem gellenden Pfeifkonzert und lauten Buhrufen. Sie gröhlen: „Wir sind Tiere, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut.”
Die Stimmung war angespannt. Die Studenten sind unzufrieden mit der Hochschulpolitik und sehen in Pinkwart einer der Hauptverantwortlichen für die Bildungsmisere in Nordrhein-Westfalen.
Kleine Rangelei
Eigentlicher Grund für Pinkwarts Besuch an der Uni Duisburg-Essen war die Veranstaltung „Innovation live” der NRW School of Governance, die zwei Stunden vor der kurzfristig einberufenen Podiumsdiskussion in einem kleinen Hörsaal stattfand. Dort ist es zu kleinen Rangeleien gekommen, als Studenten versuchten, den Hörsaal zu stürmen.
In seiner Ansprache, die immer wieder durch laute Zwischenrufe gestört wurde, verteidigte Pinkwart die Studiengebühren als einen „gerechten Beitrag für mehr und bessere Bildung.” „Ich lege Wert darauf, dass das Beitragsssystem besonders sozialverträglich ist.”
Das sahen die Studenten anders und quittierten die Pinkwarts Äußerung zu den Studiengebühren mit Kopfschütteln und Schmährufen. Ein Plakat mit der Aufschrift "Pinky, wo ist dein Brain" wird ausgerollt.
Auch die 22-jährige Rebecca ist nicht Pinkwarts Meinung. Sie studiert im sechsten Semester Politikwissenschaften. Sie musste einen hohen Kredit für die Finanzierung der Studiengebühren aufnehmen. „Ich kann das Geld nie zurückbezahlen. Weil mein Studium nichts wert ist, kann ich bald Hartz-IV beantragen.”
Die Asta-Vorsitzende Svenja Fahl forderte von Pinkwart konkret eine Ausfinanzierung der Hochschulen, damit keine Studiengebühren mehr erhoben werden müssten sowie eine komplette Reform des Bachelor- und Masterstudiengangs.
Pinkwart versprach den Studenten, dass noch in diesem Wintersemester das System spürbar und zum Vorteil aller Studenten modifiziert werde.
Die Studenten glaubten ihm offenbar kein Wort und buhten ihn immer wieder aus. Nach gut einer Stunde hatten sie genug gehört und verließen vor Ende der Veranstaltung gröhlend der Saal, um demonstrierend durch die Stadt zu ziehen.
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