Duisburg: Pipeline-Gegner warten ab
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 02.07.2009Duisburg (RPO). Die Aussage des Vorstands der Bayer Material Science verwirrt die Kohlenmonoxid-Leitungs-Gegner in Duisburg. Sprecher Erich Hennen kann sich nicht vorstellen, dass die Bayer AG weiter an dem Bau festhalten wird.
CO-Pipeline
In 1,40 Metern Tiefe führt die geplante CO-Pipeline über 16,9 Kilometer durch das Duisburger Stadtgebiet.
Nach einem Gutachten des Ingenieursbüro Veenker gibt es in Duisburg 50 kritische Punkte, an denen Sicherheitsmängel bestehen. Die Bezirksregierung hat ein Gegengutachten erstellen lassen.
Süden Die Aussage von Axel Steiger-Bagel, Vorstand der Kunststoff-Tochter "Bayer Material Science", an der Kohlenmonoxid-Pipeline festzuhalten, die RP berichtete, stößt bei den Pipeline-Gegnern auf Unverständnis. "Die Aussage, die jetzt von Seiten des Tochterkonzerns getroffen wurde, kann ich so logisch nicht nachvollziehen", sagte gestern Erich Hennen, Sprecher der Duisburger Bürgerinitiative "Contra Pipeline" unserer Zeitung.
Bayer wolle die Pipeline, die zu 99 Prozent fertiggestellt sei, so bald wie möglich in Betrieb nehmen, so Steiger-Bagel. Die Pipeline soll das giftige Gas Kohlenmonoxid vom Bayer-Werk Dormagen nach Krefeld-Uerdingen leiten, wo es als Rohstoff für die Kunststoffproduktion gebraucht wird, wenn es nach den Plänen der Bayer-Tochter geht.
"Pipeline unwahrscheinlich"
"Nachdem die Verantwortlichen des Bayer-Konzerns schon bei dem vergangenen Eilantrag zur Inbetriebnahme der Leitung eine schallende Ohrfeige von der dritten Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf erhalten haben, können sie doch nicht davon ausgehen, dass das abschließende Urteil anders ausfallen wird", so Hennen. Denn dieses werde ebenfall von der selben Kammer gesprochen. "So gut wie die drei Richter sich bei dem Eilantrag schon vorbereitet und mit Sachkenntnis nachgefragt haben, sehe ich keine andere Entscheidung als die bisherige", sagte Hennen. Denn neben den bisherigen Bedenken zu den verwendeten Geo-Grid-Matten und der Rohrdicke würden beim abschließenden Gerichtsverfahren auch noch andere technische Mängel der Pipeline zur Urteilsfindung beitragen. Für Hennen ist nach dem bisherigen Verlauf des Gerichtsstreites ein Umschwenken der Düsseldorfer Richter fast undenkbar, wie er sagt.
Im August Stellungnahme Bayers
"Uns ist von Seiten der Politik angedeutet werden, dass die Verantwortlichen Bayers im August eine Stellungnahme abgeben werden, ob sie an der Pipeline festhalten. Doch höchstwahrscheinlich wird Bayer die erste Instanz des Hauptverfahrens in Düsseldorf abwarten, bevor das passiert. Bis dahin werden wir uns mit unseren Aktionen zurückhalten und abwarten. Wenn jedoch diese Stellungnahme vorliegt, werden wir uns damit auseinandersetzen", so der Sprecher .
Hennen rechnet jedoch nicht damit, dass das Verfahren vor dem 1. Januar des kommenden Jahres aufgenommen wird. Vorher müsse noch ein Zwischenverfahren vor der dritten Kammer entschieden werden, in dem es um geschwärzte und fehlende Unterlagen der Bayer AG geht.
Ein abschließendes Urteil über den Bau der Pipeline wird jedoch noch für 2010 erwartet.
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