Duisburg: Pipeline-Trasse wird untersucht
VON UNSERER REDAKTION - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009Duisburg (RPO). Auf Duisburger Gebiet beginnen am kommenden Montag die Untersuchungen der CO-Pipeline-Trasse auf Kampfmittelfreiheit. Die Bürgerinitiative "COntra-Pipeline" will diesen Prozess mit einem Mitarbeiter begleiten.
Inbetriebnahme
Für den Nachweis der Kampfmittelfreiheit, der für eine Inbetriebnahme der Leitung zwingend notwendig ist, ist die Firma Wingas verantwortlich, die im Duisburger Süden parallel zur CO-Pipeline eine Erdgasleitung verlegt.
An diesen Nachweis ist die Inbetriebnahme der Leitungen unter anderem geknüpft.
Süden Im Duisburger Süden wird ab Montag, 14. Dezember, die Trasse für die geplante Kohlenmonoxid-Pipeline des Bayer-Konzerns sowie die Erdgas-Pipeline der Firma Wingas auf Kampfmittel untersucht. Wie die Bezirksregierung Düsseldorf gestern mitteilte, wird die Duisburger Strecke der Pipeline auf einer Länge von 3,5 Kilometern unter anderem auf mögliche Blindgänger überprüft.
Wie berichtet, war entlang der Trasse zum Beispiel in Rahm eine Granate gefunden worden. Das Geschoss hatte ein Anwohner an der Grube für die Leitung hinter seinem Garten entdeckt. Damals wollten die Bauarbeiter – so die Angaben der Anwohner – das explosive Geschoss wieder vergraben. Erst nach heftigem Protest der Anlieger und dem Einschreiten der Polizei wurde die Bombe entschärft, die RP berichtete ausführlich.
Für die Pipeline-Gegner war es darum unverständlich, dass im Vorfeld des Baus nicht systematisch nach Kampfmittel gesucht worden war. Denn gerade im Duisburger Süden hatte es im Zweiten Weltkrieg etliche Kämpfe und Bombardierungen gegeben. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte durch die Auswertung von Luftbildern festgestellt, dass dieser Bereich starkem Artilleriebeschuss ausgesetzt war.
Drei Verfahren
Zum Einsatz sollen drei Verfahren kommen: Messungen mit Radar und Magneten. Zudem soll das Erdreich links und rechts von der Trasse in einem Abstand von fünf Metern aufgebuddelt werden. Die Messungen werden nach Angaben der Bezirksregierung mehrere Tage dauern. Nach Auswertung der Daten wird sich zeigen, ob Grabungen an Stellen, an denen Sprengkörper vermutet werde, nötig werden.
"Wir sind froh, dass die Untersuchung jetzt doch, wie versprochen, durchgeführt wird", sagte gestern Erich Hennen, Sprecher der Bürgerinitiative "COntra Pipeline" unserer Zeitung. "Wir werden jedoch den gesamten Prozess, und nicht nur die Untersuchungen in Duisburg, ständig mit einem Mitarbeiter unserer Initiative begleiten, um immer aktuell informiert zu sein." Doch für den Bau der Pipeline scheint die Untersuchung nur sekundär zu sein, wie Hennen weiter berichtet: "In einem Gespräch mit Vertretern der Bayern Material Science ist mir gesagt worden, das Bayer alles Geld in die Hand nehmen wird, um die Leitung in Betrieb zu nehmen."
Gerichtsverfahren beginnt 2010
Zudem steht noch vor einer Inbetriebnahme mindestens ein Gerichtsverfahren über die Sicherheit der Trasse vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf an. Dieses soll voraussichtlich 2010 beginnen. Noch ist das Gericht auf der Suche nach unabhängigen Gutachtern.
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