Duisburg: Planung am Markt vorbei
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 24.01.2011Duisburg (RPO). Im CityPalais stehen sechs der 26 Ladenlokale leer. Mit dem Einzug der Gastronomie "Hubert" konnten nicht wie erhofft neue Mieter gelockt werden. Eine positive Bilanz gibt es für das Ruhr.VisitorCenter.
Im Forum Duisburg tobt das pralle Leben: Täglich tragen hunderte Besucher gut gefüllte Einkaufstüten aus dem Shoppingcenter. Nur wenige Meter entfernt herrscht im CityPalais gähnende Leere. Hier stehen seit fast einem Jahr ganze sechs von 26 Ladenlokalen leer, die meisten davon im hinteren Gastronomie-Bereich.
Grund für den Leerstand ist laut Centermanager André Kempken die festgelegte Struktur des CityPalais. So sei von der Stadt vorgegeben, dass im hinteren Teil nur Gastronomiebetriebe, im vorderen Teil am Eingang Königstraße nur Einzelhandel in die Lokale dürften. "Wären wir hier handlungsfähiger und dürften den Einzelhandel nach hinten ausweiten, dann wäre es einfacher, Mieter zu finden", sagt er. Denn Tatsache sei, dass die Laufkundschaft gerne in den Geschäften stöbere, bis zur Gastronomie aber nicht durchkäme.
Noch im Herbst vergangenen Jahres hoffte Kempken, dass der neue Mieter der ehemaligen Ladenfläche des "Bocconcino"– das jetzige "Hubert" – neue Interessenten für die leeren Lokale locken würde. Diese Hoffnung hat sich inzwischen zerschlagen. "Es sind die alten Krankheiten, die den Standort CityPalais so schwierig machen. Wir haben im Gastro-Bereich keine hohe Frequentierung. Die Passanten kommen meist von der Königstraße, nicht aber durch den Eingang Mercatorhalle herein", so Kempken.
Laut Uwe Gerste, Geschäftsführer Duisburg Marketing (DMG), kommen aber durchaus gezielt Touristen ins CityPalais, wo das Ruhr.VisitorCenter für einen regen Besuch des hinteren Bereichs sorgte. Die Touristen-Information zog hier im Februar vergangenen Jahres ein. Seitdem besuchten mehr als 57 800 Kunden das Info-Center. "Das sind weit mehr als früher, als die Touristen-Information noch vor dem Averdunkcenter angesiedelt war", so Gerste. Zwar wurden damals keine Besuchermessungen durchgeführt, doch an den Umsatzzahlen würde deutlich, dass es hier "ausgezeichnet läuft", meint er.
Dennoch bleibt der Eindruck, dass es im CityPalais nicht ganz rund läuft. Die leerestehenden Büroräume über dem Shoppingcenter verstärken dieses Bild. Dabei sind die drei Etagen laut Kempken fast komplett vermietet. Einzig eine 800 Quadratmeter große Bürofläche stünde noch frei. "Bei 2300 bis 3000 Quadratmetern pro Etage ist das nicht sehr viel, doch durch die große Fensterfront sieht es nach einer riesigen Fläche aus", sagt Kempken. Mit 800 Quadratmetern seien die Räume zurzeit nicht vermietbar: "Die Fläche geht am Markt vorbei: Sie ist zu klein für Großunternehmen und zu groß für eine Arztpraxis oder Anwaltskanzlei."
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