Duisburg: Pleitgens Kritik an Bischof Mixa
zuletzt aktualisiert: 20.04.2010 - 09:03Nach Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Dr. Jürgen Schmude ging jetzt Dr. Fritz Pleitgen, der dritte prominente Gast in der Salvatorkirche, auf die Kanzel. In seiner Rde kam er auf Bischof Mixa zu sprechen.
Pleitgen hielt eine Rede zum Thema „Wir sind so frei, bei der Wahrheit zu bleiben“. Die Veranstaltungsreihe „Kanzelreden“ gehört zu den zahlreichen Veranstaltungen, mit denen das Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ gefeiert wird.
„Wir sind so frei“
Unter dem Motto „Wir sind so frei“ werden insgesamt zwölf Reden von berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur gehalten. Jetzt wurde das Thema vom ehemaligen WDR-Intendanten Dr. Fritz Pleitgen aus der journalistischen Perspektive beleuchtet. Pleitgen, der gebürtige Meidericher und Vorsitzender der Geschäftsführung von RUHR.2010 ist, gehört als ehemaliger Vorsitzender der ARD zu Deutschlands renommiertesten Medienexperten. Der Journalist stellte in der gut besuchten Salvatorkirche die Frage, was überhaupt Wahrheit ist. Er hält fest: „Wir müssen lernen, dass es selten, eigentlich fast nie eine einzige Wahrheit gibt.“ Sogar die Bibel repräsentiere nur eine Sicht der Dinge.
Mahnung zur Vorsicht
Pleitgen weiß, welche Macht Medien auf unsere Gesellschaft haben. Deutschlands Pressefreiheit lobend mahnt er zugleich zu Vorsicht: Durch Missachtung journalistischer Richtlinien können fataler Weise auch Unwahrheiten publiziert werden. Das Thema habe es in sich, fährt Pleitgen weiter fort: Ob die Kundusaffäre in Afghanistan oder Bischof Mixas Erziehungsmethoden.
Was Wahrheit ist, beschäftige uns Menschen jeden Tag und das ist auch gut so. Der September 2010 ist für die rheinische Kirchengeschichte ein sehr wichtiges Datum, denn vor 400 Jahren wurde in der Duisburger Salvatorkirche Geschichte geschrieben: 36 Theologen und Laien aus Jülich, Kleve und Berg versammelten sich zur ersten reformierten Generalsynode.
Festwoche im September
Dazu gehörte unter anderem auch, dass die evangelischen Gemeinden ihre kirchlichen Angelegenheiten selbstständig zu verhandeln haben und die Leitung der Kirche von gleichberechtigten Theologen und Laien zu führen ist. Bereits damals wurde der Grundstein für die rheinisch-westfälische Kirchenordnung, die erst 1835 eingeführt wurde, gelegt. Heute unterstützen zahlreiche Duisburger Unternehmen und Vereine das Jubiläum, das im September mit einer Festwoche zelebriert wird.
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