Duisburg: Politik: Grubengas-Verbrennung passt nicht ins Dorfbild
zuletzt aktualisiert: 10.11.2007Duisburg (RPO). Besorgt bis empört zeigten sich die Fraktionen der Bezirksvertretung über die Pläne, eine Grubengas-Verbrennungsanlage in Baerl zu errichten. Wie berichtet, will die Mingas-Power, eine Tochtergesellschaft von Evonik (die frühere Ruhrkohle AG) eine solche Anlage bauen. Bezirksamtsleiter Jürgen Scherhag betonte, dass es sich um kein Kraftwerk handle, sondern um „vier gasgetriebene Motoren“, mit denen Strom erzeugt wird. Das änderte aber nichts an der Skepsis der Bezirksvertreter. „So etwas passt nicht nach Baerl“, sagte Manfred Hartl (CDU).
Wie Scherhag mitteilte, steht noch nicht fest, wo genau die Anlage errichtet werden soll. Allerdings scheint ein Standort wahrscheinlich, der näher an der Wohnbebauung an der Schulstraße liegen soll, als es den Anwohnern lieb sein kann. Beatrix Brinskelle (Grüne) wies auf die Diskussionen der vergangenen Jahre hin, bei denen darum gerungen wurde, den dörflichen Charakter Baerls durch eine unangemessene Wohnbebauung nicht zu zerstören. Vor diesem Hintergrund sei die Ansiedlung der Verbrennungsanlage „eine sehr unglückliche Lösung“.
„Wir müssen hart am Ball bleiben“, forderte Ratsherr Alois Fischer die Bezirksvertretung auf. Man müsse davon ausgehen, dass die Anlage Lärm und Gestank verursacht. Die Sorge der Politiker ist, dass weder sie noch die Stadt wenig gegen die Pläne ausrichten können. Da ein Bauantrag nach dem Bundesimmissionsgesetz gestellt werden müsse, werde die Erteilung der Genehmigung bei der Bezirksregierung liegen. Die Planer der Anlage hätten bereits Gespräche mit der Bezirksregierung geführt. „Wenn ich daran denke, wie die Kohlenmonoxid-Pipeline genehmigt wurde, schwant mir da nichts Gutes“, so Fischer. Auch die Zusicherung der Mingas-Power, dass die Anlage höchstens zehn Jahre lang betrieben wird, vermag die Skeptiker nicht zu beschwichtigen. Die Anlage könnte später Nachahmer auf den Plan rufen. „Wehret den Anfängen“, warnte Manfred Hartl.
Nicht nur Christa Schmitz (SPD) wünschte sich, mehr über das Projekt zu erfahren. Jürgen Scherhag sagte, dass die Mingas-Power angeboten habe, eine Info-Veranstaltung durchzuführen. Die fordern die Politiker nun ein – und zwar möglichst bald, und nicht erst, wenn die Bauanträge genehmigt sind.
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