Duisburg: Polizeibeirat übt Kritik an Einsatz
zuletzt aktualisiert: 17.01.2009Duisburg (RPO). Der Polizeibeirat hat gestern getagt und nach Anhörung des Polizeipräsidenten Kritik an dem Entfernen der israelischen Fahnen geübt. Die Auffassung der Polizei, am Samstag unter den gegebenen Umständen verhältnismäßig und richtig reagiert zu haben, sei falsch. Und falsch seien auch die zunächst billigenden Äußerungen des Polizeipräsidenten gewesen. Seine Entschuldigung und die Tatsache, dass er die Verantwortung übernommen habe, hat der Polizeibeirat zustimmend zur Kenntnis genommen, der auch weiterhin "die Basis für eine gute Zusammenarbeit mit der Duisburger Polizei" gegeben sieht.
Der Kreisverband Duisburg der Polizeigewerkschaft DPoLG stellte sich gestern hinter Polizeipräsident Rolf Cebin. Es sei von ihm richtig wesen, sich vor die Entscheidung seines Einsatzleiters und die Einsatzkräfte zu stellen, obwohl der eigene DPoLG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt dies ganz anders bewertet hatte. Ein jüdischer Bürger aus Wallerfangen im Saarland hat inzwischen Strafanzeige gegen die Duisburger Polizei und ihren Chef gestellt. Im Gespräch mit der RP vertrat er die Ansicht, Rolf Cebin dürfe nicht mit windelweichen Entschuldungen davonkommen. Er habe seine Beamten faktisch vor Ort alleine gelassen und schlecht geführt. Das Bündnis für Toleranz, die DPoLG, die Deutsche-Israelische Gesellschaft, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Organisation "Gegen Vergessen" und die Jüdische Gemeinde der Stadt planen eine gemeinsame Veranstaltung für ein tolerantes Miteinander, auch in Konfliktsituationen.
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