Duisburg: Präses Schneider auf Stippvisite
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 22.02.2008Duisburg (RPO). Pfarrer Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, war gestern zu Gast in Duisburg. Er wolle ein lebendiges Bild der rheinischen Kirche erhalten, wie er erklärte. Nur wenn er seine Leute regelmäßig besuche, könne er wissen, wovon er rede. „Das geht nicht, wenn ich nur in Düsseldorf am Schreibtisch sitze“, brachte Schneider den Sinn und Zweck seines Besuches auf den Punkt.
Am Morgen besuchte er „pro kids“, das Kontaktcafé für Straßenkinder in Duisburg. Schneider zeigte sich angetan von der tollen Atmosphäre dort („Da fühlt man sich direkt wohl“) und lobte Mathias Beine und dessen ehrenamtliche Mitarbeiter für ihre Arbeit: „Sie retten die Jugendlichen davor, in Chaos und Selbstzerstörung abzugleiten.“ Überrascht zeigte sich Schneider über den großen Anteil an Mädchen und Frauen, die auf der Straße leben. Das habe es früher in diesem Ausmaß nicht gegeben.
Identifikationspunkt
Nächste Station war die Salvatorkirche, wo Schneider unter anderem mit Peter Krogull, Pfarrer der Kirche, und Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, zusammentraf. Der Präses bezeichnete die Salvatorkirche als „Identifikationspunkt für die Menschen in dieser Stadt“. Auch wurde über die erste Generalsynode diskutiert, die vom 7. bis 10. September 1610 in der Salvatorkirche tagte. „Hier haben sich Vertreter von Gemeinden am Niederrhein eine Ordnung gegeben, die bis heute Gültigkeit hat“, erklärte Schneider. So wurde etwa festgelegt, dass die Gemeinden selbst ihren Pfarrer wählen und dass jede Gemeinde von einem Presbyterium geleitet wird, das seinerseits Delegierte in die Provinzialsynode entsendet. „Es darf nichts auf der Generalsynode behandelt werden, was nicht zuvor an der Basis diskutiert wurde. Hier hat man beschlossen, dass sich die Kirche von unten aufbaut“, so Schneider. Die Beschlüsse von Duisburg seien zur Grundlage für den Protestantismus geworden, in dem basisdemokratisches Denken eine große Rolle spiele.
„Dieser Ort hat eine enorme historische Bedeutung“, betonte er. Das Jubiläum zum 400-jährigen Bestehen der Beschlüsse soll 2010 groß gefeiert werden, kündigte Superintendent Armin Schneider an.
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