Duisburg: Prinz mit fünf Paginnen
VON HANS-ULRICH KRESS - zuletzt aktualisiert: 07.01.2008Duisburg (RPO). Zum ersten Mal bat der Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval, Wolfgang Lamerz, das närrische Volk zur Prinzenkürung in die neue Mercatorhalle. Nicht alle Besucher waren mit dem Veranstaltungsort zufrieden.
„Ich wünsche meinem Nachfolger Prinz Theo I. und seiner Crew, dass sie in einem Jahr hier stehen und sagen können, dass sie viel Spaß hatten. Denn dann haben nicht nur sie, sondern wir alle viel Spaß gehabt“, rief der scheidende Prinz Bodo I. seinem Nachfolger hoffnungsvoll zu seinem Abschied zu. In den folgenden drei Programmpunkten des Galaabends heizten Beträge von Kölner Interpreten die Stimmung im Saal an. Zunächst berichtete Gerd Rück mit buntem Regenschirm in der Hand als Weltenbummler humoristisch, bissig von seinen lustigen Erlebnissen. Dabei ließ er nichts aus stichelnd in die Kerbe der in Hassliebe verbundenen benachbarten Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf zu dreschen. Ihm folgte die Kölsche-Mundart-Band „De Stroßefäjer“ mit Liedern um Liebe, Lust und Kölner Dom. Einen Augenschmaus boten die Tänzer und Tänzerinnen der Tanzgarde „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ der Kölner KG „Schnüsse Tring“ mit wirbelnden Beinen und akrobatischen Hebefiguren.
Reif fürs Guinnessbuch
Prinz Theo I. werde wohl ins Guinnessbuch der Rekorde eingehen, meinte der Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval, Wolfgang Lamerz. Theo Schuchardt sei der erste Prinz in Duisburg, dem in seinem Hofstaat fünf Paginnen zur Seite stünden. Für diese Gunst bedankten sich die Paginnen Nicole Herbert, Swenja Köster, Tanja van Haaren sowie Veronika und Inga Klundt mit einem schmucken Tanz. Den Hofstaat komplettieren die beiden Hofmarschälle Heinz-Gerd Reintjes und Helmut Hohmann.
Die Hauptperson konnte es kaum abwarten: Prinz Theo I., mit bürgerlichem Namen Theo Schuchardt, stand begleitet von seinem Hofstaat, der Prinzengarde und zwei Musikzügen vor der Saaltür und begehrte Einlass zu seiner Kürung. Angeführt von 156 rot-weiß gewandeten Gardisten wurde er in den Saal und auf die Bühne gespielt. Präsident Lamerz würdigte in der närrischen Vita den neuen Prinzen, zählte seine karnevalistischen Verdienst auf, die er sich von Kindesbeinen an erworben hat, und schilderte ihn als treuen Fan des MSV, der kein Heimspiel versäumt. Nachdem er ihm die Prinzenmütze mit den prächtigen, schillernden Federn aufs Haupt gesetzt und das närrische Zepter überreicht hatte, strahlte Prinz Theo I. in ganzer Pracht und Herrlichkeit.
Gallisches Dorf im Norden
Seinen ersten Prinzenorden verlieh Bodo I. traditionsgemäß dem Stadtoberhaupt Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Dieser versprach, selbst Walsumer, sich für die närrische Integration des letzten „gallischen Dorfes mit Namen Walsum im Duisburger Norden“ in den Hauptausschuss Duisburger Karneval zu verwenden. Es folgte im Programm ein bunter Strauß karnevalistischer Höhepunkte, der keine Wünsche offen ließ.
Nicht ganz zufrieden waren dagegen einige Besucher im hinteren Teil der Halle. Sie bemängelten die zu schmalen Tische und die nicht optimale Sicht auf die Bühne. Auch die Akustik der karnevalistisch nicht geschmückten Mercatorhalle ließ hinten zu wünschen übrig. Nicht alles war so zu verstehen, wie es wünschenswert gewesen wäre.
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