Duisburg: Protest gegen Marktbebauung
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008Duisburg (RPO). Die Interessengemeinschaft Friemersheimer Kaufleute (IGF) wendet sich gegen ein neues Einkaufszentrum am Markt. Der IGF-Vorstand hat die Politik in einem Brief um Unterstützung gebeten.
friemersheim Details sind noch nicht bekannt, doch allein schon die Nachricht, dass ein Lebensmittelhandel – vermutlich Edeka – einen geräumigen Neubau im Bereich des Friemersheimer Marktplatzes beziehen könnte, hat die Interessengemeinschaft der Friemersheimer Kaufleute (IGF) alarmiert. Die IGF hat einen Brief an die politischen Fraktionen im Bezirk übermittelt. Darin wendet sich die IGF „entschieden gegen Pläne, die Tankstelle an der Kaiserstraße abzureißen“. Wie berichtet, müsste die Tankstelle dem Neubauvorhaben aller Voraussicht nach weichen. „Mit Aufgabe der Tankstelle gäbe es sowohl für Privatpersonnen als auch für die ansässigen Handwerker und Kaufleute in Friemersheim, Hohenbudberg und Mühlenberg keine Tankmöglichkeit mehr“, protestiert die IGF.
Fortschritt oder nicht?
Nach Informationen unserer Zeitung werden heute die Rheinhauser Fraktionsspitzen hinter verschlossenen Türen von der Stadt über die Planung für Friemersheim informiert.
Ferdi Seidelt (CDU) schlug gestern vor, dieses Gespräch abzuwarten. „Vorher ist es schwer abzuschätzen, ob das, was geplant ist, einen Fortschritt für Friemersheim bedeutet oder nicht.“
Umsatzverluste befürchtet
Auch der Verlegung der Edeka-Filiale von der Kronprinzenstraße zur Kaiserstraße vermag die IGF nichts Gutes abzugewinnen. Dadurch, so hießt es in dem Brief, „werden die an der Kronprinzenstraße ansässigen Geschäfte vom Publikumslauf abgeschnitten und ihnen drohen Umsatzverluste“. Ein weiterer Punkt, der die IGF skeptisch macht: Sie befürchtet den Wegfall der ebenerdigen Parkplätze auf dem Marktplatz, wenn dort ein neues Gebäude entsteht. Die Rede war bereits davon, dass die neue Immobilie ein Parkdeck aufweisen soll. Die IGF fordert die Politik auf, „unsere Befürchtungen ernst zu nehmen und sich gegen diese Pläne auszusprechen“.
Ferdi Seidelt, Chef der CDU-Bezirksfraktion, forderte gestern, dass fortan jeder Schritt der Planung mit den Betroffenen in Friemersheim beredet werden solle. Auch Karsten Vüllings (BL) zeigte gestern Verständnis für die Sorgen der IGF. Vüllings, der auch Chef des Rheinhauser Werberings ist, erinnerte an die Erfahrungen mit dem Rheinhauser Marktforum. Sollten in dem neuen Gebäude in Friemersheim weitere Läden (Bäcker, Lotto-Toto etc.) untergebracht werden, liege es auf der Hand, dass ansässige Geschäfte darunter leiden würden.
Gelassen zeigte sich gestern Dietmar Vornweg, Chef des Bau- und Sparvereins Friemersheim. Aus seiner Sicht überwiegen die Vorteile einer neuen Edeka-Filiale am Markt. Zum einen erwartet Vornweg eine „Entschärfung“ im Bereich der Marktstraße, wo es eine Grundschule gibt: „Anwohner und Kinder wären durch den Verkehr weniger belastet.“ Zum zweiten werde durch das neue Einkaufscenter das Warenangebot an der Kaiserstraße insgesamt ergänzt und „komprimiert“. Schon die ehemalige Lidl-Filiale am unteren Ende der Kaiserstraße habe gezeigt, dass die Haupteinkaufsstraße von Friemersheim durch eine solche Ergänzung insgesamt profitiere.
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