Düsseldorfer Landtag: Protokoll des Loveparade-Ausschusses
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 21:25Düsseldorfer Landtag (RPO). Fünf Wochen nach dem Unglück bei der Loveparade mussten Duisburgs Oberbürgermeister (CDU), Polizei und Veranstalter vor dem Innenausschuss des NRW-Landtags Rede und Antwort stehen. Wir berichteten live aus dem Landtag.
+++ 21.22 Uhr: Sauerland tritt nochmal vor die Kameras: "Wir hoffen auf schnelle Aufklärung, vor allem im Interesse der Hinterbliebenen der Katastrophe", sagte er. Auch die Ausschuss-Vorsitzende zeigte sich anschließend enttäuscht: "Viele Fragen bleiben offen. Das alles ist sehr unbefriedigend."
+++ 21.15 Uhr Nach mehr als sechs Stunden ist die Sondersitzung im Innenausschuss unbefriedigend zu Ende gegangen. Jetzt müssen sich die Fraktionen mit den Aussagen beschäftigen - mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen. Was bleibt von der Sitzung? Noch mehr unbeantwortete Fragen - und niemand, der Verantwortung übernehmen möchte.
+++20.50 Uhr Abschließend kommt noch mal der Anwalt des Veranstalters ans Mikro. "Wir sagen, die Kette auf der Rampe war gefährlich. Diese Anweisung, die Kette dort zu positionieren, kam nicht von uns." Damit bleibt es wieder bei Aussage gegen Aussage - die Polizei behauptet, der Veranstalter habe sie um Hilfe wegen "chaotischer Zustände" gerufen. "Das ist unbefriedigend für uns alle. Aber wird sind keine Richter", so die Ausschussvorsitzende.
+++20.39 Uhr Adolf Sauerland meldet sich noch einmal zu Wort - was er sagt, passt zum Bild, was alle Seiten bisher in der heutigen Sitzung abgegeben haben. "Mit unserem Endbericht, also dem Gutachten, haben wir alle Fragen beantwortet."
+++ 20.30 Uhr Fakt um halb neun, nach mehr als füneinhalb Stunden Sitzung: es steht Meinung gegen Meinung, Aussage gegen Aussage, Gutachten gegen Gutachten - Stadt Duisburg, Veranstalter "Lopavent" und Innenministerium bleiben bei ihren Meinungen.
+++ 20.15 Uhr Innenminister Ralf Jäger (SPD) ergreift das Wort. "Mir kann man nicht vorwerfen, nicht offen und transparent gewesen zu sein. Wir sind hart an die Grenzen gegangen, was rechtlich noch zu vertreten war, haben wir veröffentlicht, " so Jäger. "Meine Aufgabe ist es, die Tragödie aufzuklären und nach Fehlern zu schauen. Und wenn Fehler bei der Polizei gefunden werden sollten, dann werden daraus auch Konsequenzen gezogen. Die Polizisten waren in einer Situation, für die sie eigentlich nicht zuständig waren. Deswegen finde ich die Aussage von Herrn Schaller, die 21 Menschen wären ohne die Polizeikette noch am Leben, unerträglich."
+++20.04 Uhr Sechste Stunde der Sitzung hat begonnen. CDU-Fraktions-Vize Peter Biesenbach reagiert auf die Anfeindungen von Sören Link. "Sie hatten von Beginn an vor, aus der Sitzung ein Tribunal zu machen. Ihre Aussagen gegen Herrn Sauerland, die Sie (gemeint ist Sören Link) vorgetragen haben, waren schon vor der Sitzung vorbereitet. Sie haben nicht auf die Äußerungen in der Sitzung reagiert. Der Innennausschuss ist nicht der Ort, um über politische Verantwortung zu diskutieren."
+++ 19.55 Uhr Noch zwei Abgeordnete werden sich äußern. Dann ist auch die zweite Fragerunde zu Ende. Nicht wenige Abgeordnete vertreten die Meinung, dass Oberbürgermeister Adolf Sauerland politische Verantwortung übernehmen muss.
+++ 19.40 Uhr Sören Link ist fertig mit seinen Ausführungen - und Anfeindungen gegen Adolf Sauerland. Diese beiden Männer werden bestimmt keine engen Freunde mehr.
+++ 19.37 Uhr Sören Link, einmal in Rage, legt noch weiter nach. "Herr Sauerland, dass sie den passenden Zeitpunkt für einen Rücktritt verpasst haben, dafür schäme ich mich." - auf die Antwort Sauerlands darf man gespannt sein.
+++ 19.35 Uhr Adolf Sauerland fährt Link ins Wort. "Muss ich mir das anhören?" Der Ton wird rauer. Jetzt wird wild durcheinander gesprochen. Die Ausschussvorsitzende versucht wieder für Ruhe zu sorgen. "Es geht in allen Beiträgen jetzt emotional zu. Das müssen wir überstehen", so die Vorsitzende. Link sagt:"Herr Sauerland, meine Fragen müssen Sie sich gefallen lassen."
+++ 19.30 Uhr Abgeordneter Sören Link (SPD) greift Sauerland an. "Wir sind hier nicht in einem Gerichtssaal. Habe den Eindruck, Sie halten sich für ein Opfer. Sie sind ein Akteur vor und ein ganz schrecklicher Akteur nach der Loveparade gewesen - und kein Opfer. Das êrschüttert mich. Ein solches Verhalten ist ein Beleg für Führungsversagen. Finde es unerträglich, dass sie sich hinter ihren Mitarbeitern im Rathaus versteckt haben." Pikant: Sören Link und Adolf Sauerland kennen sich aus dem Duisburger Rathaus, Sören Link ist nämlich Abgeordneter aus Duisburg.
+++ 19.20 Uhr Wer ist denn nun Zuständig für die Sicherheit am Unglücksort gewesen? - eine Frage, die mit Sicherheit nicht im heutigen Innenausschuss geklärt werden wird. Polizei und Stadt Duisburg haben unterschiedliche Rechtsauffassungen. Die Staatsanwaltschaft muss nun klären, wer Recht hat.
+++ 19.17 Uhr Jetzt beginnt die zweite Fragerunde - es ist mit Wiederholungen von Fragen zu rechnen.
+++ 19.12 Uhr Der Anwalt von Lopavent hat immer noch das Wort. "Aus der kritischen Zeit kann ich nichts sagen, ich war ja nicht dabei. Ich weiß nicht, wieso die Schleusen geöffnet wurden und von wem. Ich kann zu der Beschilderung im Tunnel nichts sagen, die Frage wurde mir nicht vorgelegt. Bitte sehen sie mir das nacht, ich habe mich bemüht." Seine Ausführungen führen zu Kopfschütteln im Saal.
+++ 19.04 Uhr Die Sitzung geht jetzt bereits in die fünfte Stunde. Noch immer dauert die Beantwortung der ersten Fragerunde an - jetzt schiebt der Anwalt des Veranstalters die Verantwortung weiter. "Zu den Floats: Sie haben eine wichtige Rolle bei der Besuchersteuerung gespielt. Für die Floats gab es eine zentrale Funksteuerung", so der Lopavent-Anwalt. Mehr sagt er nicht zu der Frage, wieso die Floats teilweise stehen geblieben sind. Insgesamt wirken die beiden Anwälte von Lopavent sehr schlecht vorbereitet, immer wieder muss ihnen geholfen werden, weil ihnen Unterlagen fehlen. Sie beantworten kaum Fragen, sondern werfen immer wieder neue auf.
+++ 18.57 Uhr Die Rechtfertigungen gehen weiter. Keine der drei Seiten will weiterhin Verantwortung übernehmen - damit wird wohl heute auch nicht mehr zu rechnen sein.
+++ 18.45 Uhr Adolf Sauerland erklärt, dass er von Beginn an Verantwortung übernommen habe - die Verantwortung bei der Aufklärung zu helfen. "Die letzten fünf Wochen waren hart für mich. Wir haben die Pflicht, die wichtigen Fragen, die sich die Angehörigen stellen, zu beantworten - das ist meine Verantwortung", so Sauerland.
+++ 18.29 Uhr Keine Seite kann eine abschließende Aussage machen - aber zuständig für die Katastrophe möchte keiner sein, in diesem Punkt sind Veranstalter, Stadt Duisburg und Polizei abschließend.
+++ 18.21 Uhr Polizeinspekteur Wehe zur Polizeikette und Funk: "Die Beamten haben die Kette am unteren Drittel der Rampe aus technischen Gründen errichtet, weil dort Gitter standen." Ob diese Kette möglicherweise zur Katstrophe beigetragen hat, wollte und konnte Wehe nicht sagen. Der Abschnittsführer habe die Verantwortung im Tunnel und an der Rampe gehabt - und nicht der Einsatzleiter." Der Funk sei um 15.13 Uhr erstmals ausgefallen. "Das wurde aber wieder behoben. Ein Beamter sagte mir: Der Funk ging nicht, dann ging er wieder." Vor der Loveparade wurde der Funk getestet. "Das Gelände war nie ausgelastet. Es gab immer genügend Platz", so Wehe weiter.
+++ 18.10 Uhr Die Stadt Duisburg und der Veranstalter geraten in Erklärungsnot. Ralf Jäger: "Bei der Arbeitsgruppe Sicherheit zur Loveparade hat die Polizei immer wieder vor den Risiken gewarnt - übrigens auch die Feuerwehr. Mehrfach hat die Polizei darauf hingewiesen, dass es mit den Fluchtwegen, den Zugängen und Ausgängen Sicherheitsprobleme gibt." Genau das bestreitet die Stadt Duisburg in ihrem Gutachten.
+++ 18.05 Uhr Ralf Jäger bezieht Stellung zu seinem Besuch auf der Loveparade. "Ich war von 15 bis 17 Uhr auf der Loveparade, habe unter anderem das Vip-Zelt, den Pressebereich und den Krisenstab besucht. Um 17 Uhr habe ich die Veranstaltung planmäßig verlassen und bin nach Hause gefahren. Um etwa 17.20 Uhr hat mir mein persönlicher Referent mitgeteilt, dass es zwei Tote gegeben haben soll. Ich bin auf keinen Fall zu spät informiert worden."
+++ 18 Uhr Die Fragerunde ist beendet. Innenminister Ralf Jäger möchte aus Zeitgründen möglichst kurz und knapp auf die vielen Fragen antworten und verweist darauf, dass eigentlich schon alles gesagt worden ist beziehungsweise die Antworten in den Gutachten stehen.
+++ 17.55 Uhr Der innenpolitische Sprecher der FDP wird konkreter in seiner Fragestellung. "War die Polizeikette im unteren Drittel der Rampe falsch positioniert? Meiner Meinung nach ja. Außerdem gab es eine vierte Polizeikette am Rampenkopf. Von der ist noch gar nicht gesprochen worden."
+++ 17.53 Uhr Horst Engel (FDP) legt nach: "Ich will wissen, wie war das mit dem Funk? Wie lief das mit der Kommunikation auf der Loveparade, auf der Rampe, im Tunnel? Ich kann nicht verstehen, wieso Sie (gemeint ist Ralf Jäger) nicht über die Katastrophe informiert wurden. Sie waren ja nachweislich um 17 Uhr auf der Loveparade. Das ist für mich unbegreiflich."
+++ 17.45 Uhr Die erste Fragerunde beschließt Horst Engel von der FDP. "Herr Sauerland, fällt es Ihnen so unendlich schwer, ein Wort der Entschuldigung zu sprechen? Das wollen die Menschen hören, das brauchen sie. Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von der Sondersitzung."
+++ 17.42 Uhr Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland wirkt konzentriert und äußerlich recht gelassen. Jedenfalls lässt er sich seine Anspannung nicht anmerken. Seine Arme liegen verschränkt auf dem Tisch, ab und an greift er sich an seine Brille.
+++ 17.38 Uhr Rainer Wendt, Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft, verfolgt die Sitzung als Zuschauer. Gegenüber unserer Redaktion lobte er das Verhalten des Innenministern. "Ralf Jäger hat sich seit der Loveparade tadellos verhalten."
+++ 17.34 Uhr Anna Conrads spricht für die Linken. "Die Stellungnahmen haben nicht viel zur Aufklärung beigetragen. Im Gegenteil. Alle schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Dieses Schwarze-Peter-Spiel ist unerträglich." In der Tat hat es bislang wenig Neuigkeiten gegeben.
+++ 17.32 Es war wohl Dieselgeruch, der von Schiffen auf dem Rhein in die Lüftung gesogen wurde. "Es besteht kein Grund zur Sorge, es war nur unagnehm", erklärt die Ausschusvorsitzende.
+++ 17.30 Uhr Die Sitzung wird fortgesetzt. Der Raum ist gelüftet. Woher der Gasgeruch kam, ist weiterhin nicht bekannt. In der ersten Fragerunde kommen noch die Linken und die FDP zu Wort.
+++ 17.23 Uhr: Der Gasalarm war offenbar eine Panne. Noch ist die Sitzung aber unterbrochen.
+++ 17.09 Uhr Gasalarm im Landtag. Es riecht nach Gas im Sitzungssaal. Alle verlassen den Raum. Die Ursache ist noch unklar. Die Sitzung wird unterbrochen.
+++ 17.06 Uhr Nach der CDU- und SPD-Fraktion dürfen jetzt die Grünen fragen. "Ich bin enttäuscht, es bleiben sehr viele Fragen unbeantwortet. Herr Oberbürgermeister, wie erklären Sie sich, dass Auflagen nicht erfüllt worden sind?", so Matthias Bolte, Grüne.
+++ 16.59 Uhr Thomas Sotko fragt jetzt für die SPD-Fraktion. Er greift vor allem Adolf Sauerland schwer an. "Herr Sauerland und bei Lopavent gibt es keine Einsicht, dass es Fehler gegeben hat - das finde ich sehr traurig. Bei jedem kleinen Fest gibt es strengere Kontrollen - das wissen Sie (gemeint ist Sauerland). Sie haben zwar eine lange Planungszeit gehabt, zugegeben. Aber es kann nicht sein, dass erst zwei Tage vorher Genehmigungen erteilt wurden. Sie waren als Stadt zuständig für die Überwachung des Geländes, auch wenn Sie da anderer Meinung sind." Zu Stellungnahme von Lopavent sagt Sotko (Stimme wird lauter): "Wir wollen von Ihnen Antworten haben. Sie haben es nicht geschafft, in den vergangenen vier Wochen ihre Mitarbeiter zu befragen. Warum haben sie so spät die Veranstaltung geöffnet? Sie sagen nicht, wie viele Ordener auf der Rampe im Einsatz waren. Sie haben überhaupt nichts gesagt."
16.49 Uhr Es ist immer noch die erste Fragerunde. Biesenbach hat ein wenig überzogen und wurde von der Ausschussvorsitzenden ermahnt.
16.40 Uhr Biesenbach kritisiert Innenminister Ralf Jäger: "Hören Sie (gemeint ist Jäger) endlich auf, nur nach Zuständigkeiten zu suchen. Das Gutachten des Innenministeriums ist unbrauchbar. Ich bedaure das Gutachen sehr. Wir müssen fragen, wieso hat sich denn die Polizei an der Planung der Loveparade über Monate beteiligt, wenn sie doch - wie sie jetzt behauptet - nicht für die Sicherheit zuständig gewesen sein will?" Es müsse geklärt werden, ob die Polizeiketten im Tunnel und auf der Rampe zum Unglück geführt haben, so Biesenbach weiter. "Herr Jäger, Sie laufen Gefahr, dass die Polizei in ein falsches Licht gerät. Sie müssen endlich alles offen legen."
16.35 Uhr Die Stellungnahmen von Stadt Duisburg, Veranstalter und Innenminsterium sind beendet. Jetzt stellt der Ausschuss seine Fragen. Peter Biesenbach (CDU-Fraktionsvize): "Es gibt bislang keine Fragen. Meine Fraktion und ich wollen Antworten geben. Was müssen wir tun, damit das künftig nicht mehr passiert? Wir werden alle Unterlagen der Stadt Duisburg lesen. Aber wir sind erstmal mit der Stellungnahme von Adolf Sauerland zufrieden. Zum Veranstalter: Wir haben noch nicht alle Informationen von Lopavent bekommen. Erst wenn wir alle Antworten haben, werden wir werten - aber auch erst dann. "
+++ 16.29 Uhr Das gegenseitige Schuldzuweisen geht weiter - keiner will für die Katastrophe so richtig verantwortlich gewesen sein, nicht Stadt Duisburg, nicht Polizei, nicht Veranstalter. Immerhin: moralische Verantwortung wurde schon übernommen.
+++ 16.24 Uhr Jetzt äußert sich ein Anwalt vom Veranstalter "Lopavent". "Lopavent trägt Verantwortung für die Katastrophe", so der Jurist. Er liest eine Stellungnahme von Rainer Schaller vor: "Mir ist bewusst, dass ich moralische Verantwortung für die Katastrophe habe. Wäre die Loveprade nicht gewesen, würden die 21 Menschen jetzt nicht tot sein."
+++ 16.21 Uhr Adolf Sauerland bedankt sich bei der Polizei. "Das ist mir sehr wichtig. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Polizeibeamten für ihren persönlichen Einsatz bedanken."
+++ 16.19 Uhr Sauerland weiter: "Es ist richtig, dass insbesondere nach der Absage Bochums die Erwartung an die Stadt Duisburg, die Loveparade durchzuführen, noch dazu im Kulturhauptstatdjahr, groß war."
+++16.15 Uhr Sauerland zur Loveparade-Tragödie: "Ich leide besonders entsetztlich unter diesem schrecklichen Ereignis. 21 Tote bedeuten ein immenses menschliches Leid. Als Oberbürgermeister trage ich schon deshalb Verantwortung, weil dieses Unglück in Duisburg geschah - in der Stadt, auf deren Wohl ich verpflichtet bin."
+++ 16.10 Uhr Sauerland hat weiter das Wort - immer noch stellt das Duisburger Stadtoberhaupt das Ergebnis des Gutachtens vor.
+++ 16.05 Uhr Adolf Sauerland stellt jetzt das Ergebnis des eigenen Gutachtens vor. "Die Stadt Duisburg hat bei der Planung und Vorbereitung der Loveparade keine ihr obliegenden Amtspflichten verstoßen. Meine Mitarbeiter haben rechtsmäßig gehandelt."
+++15.57 Uhr Das Ordnungsamt sei nicht zuständig gewesen - vielmehr die Polizei und der Veranstalter, so Jasper. Auf dem Veranstaltungsgelände sei die Polizei zuständig gewesen, die Stadt Duisburg außerhalb des Veranstaltungsgeländes - zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten der Stadt Duisburg.
+++15.53 Uhr Adolf Sauerland gibt eine kurze Stellungnahme ab. "Bei der Erstellung des Gutachtens haben wir darauf wert gelegt, eine objektive Beurteilung abzugeben." Mehr sagte Sauerland nicht - noch nicht. Jetzt wird das Gutachten, das die Stadt Duisburg in Auftrag gegeben hatte, von Anwältin Dr. Ute Jasper vorgestellt. Dieses Gutachten entlastet widerum die Stadt Duisburg.
+++15.45 Uhr Immer noch spricht Dieter Wehe. Er schildert die Ereignisse auf der Loveparade kurz vor der Katastrophe. "Die Sperrung der Rampe erfolgte auf Anweisung des Veranstalters." Wehe zitiert Aussagen von Polizisten, die am Unglücksort im Einsatz waren. Polizisten-Zitat: "Wir haben die Menschen im Tunnel angeschrien, weil es keine Lautsprecherdurchsagen gab. Doch die Menschen haben nicht auf uns gehört und sind immer weiter Richtung Rampe gestürmt."
+++ 15.35 Uhr Polizeiinspekteur Dieter Wehe nennt fünf Punkte, die am Tag der Loveparade falsch gelaufen sind. 1. Zu späte Öffnung des Veranstaltungsgeländes. 2. Zu wenig Ordner an den Zugangsschleusen. 3. Die Pusher auf dem Gelände haben ihre Arbeit nicht richtig gemacht, so dass die Gäste nach dem Einlass auf dem Gelände stehen blieben. 4. Fehlende Beschilderung, was zu einer Orientierungslosigkeit der Beuscher geführt hat. 5. Mangelnde bezwiehungsweise viel zu leise Lautsprecheranlagen.
+++ 15.29 Uhr Die „Vorlage 15/50“ wird vorgetragen. Die Stadt Duisburg und der Veranstalter haben wichtige Zusagen nicht eingehalten, so steht es in der Vorlage. Dieser Bericht belastet die Stadt Duisburg und den Veranstalter schwer. Die Polizei sei demnach nicht verantwortlich.
+++ 15.19 Uhr Jäger weiter: "Das unverantwortliche Chaos des Veranstalters auf der Loveparade muss geklärt werden. Wieso haben die Ordner nicht so gearbeitet, wie sie hätten müssen. Warum klappte die Kommunikation da nicht?"
+++ 15.16 Uhr Innenminister Ralf Jäger hat das Wort. "Es sind ungeheuerliche Vorwürfe gegen die Polizei erhoben worden. Dazu werden wir uns heute im Ausschuss noch äußern. Die Frage, wie es zu der Trgödie kommen konnte, muss geklärt werden. Wir müssen Fehler und Unzulässigkeiten identifizieren. Dabei gilt: Sorgfalt vor Eile. Von Beginn lag es mir daran, die Öffentlichkeit offen und transparent zu informieren. Unsere Darstellung kann kein endgültiges Ergebnis sein. Vorverurteilungen sind nicht zuläsig."
+++15.11 Uhr Für den Veranstalter "Lopavent" sind zwei Rechtsanwälte gekommen, keine Mitarbeiter. Für die Stadt Duisburg ist neben Adolf Sauerland noch Stadtdirektor Peter Greulich und Anwältin Ute Jasper, die mit an dem Gutachten für die Stadt Duisburg gearbeitet, hat.
+++ 15.09 Uhr Adolf Sauerland traf sich kurz vor der Sitzung mit Armin Laschet und Karl-Josef Laumann im CDU-Presseclub im Landtag zu einem kurzen Gespräch.
+++ 15.07 Uhr Vorsitzende Monika Düker: "Es herrscht eine große Erwartungshaltung. Wir wünschen uns alle eine Aufklärung der Katastrophe. Wir werden aber nur bewerten, nicht verurteilen."
+++ 15 Uhr Die Sitzung ist durch die Ausschussvorsitzende, Abgeordnete Monika Düker (Grüne), eröffent worden.
+++ 14.45 Uhr Adolf Sauerland hat soeben eine kurze Stellungnahme vor den Medien abgegeben. "Wir haben nichts zu verbergen. Ich hatte immer gesagt, dass die Stadt Duisburg alles zur Aufklärung der Katastrophe beitragen wird - das haben wir gemacht. Ich hoffe, dass alle Fragen in der Sitzunge beantwortet werden." Adolf Sauerland wurde an der Tiefgarage abgeholt und ging von dort aus zu Fuß in den Landtag.
+++ 14.36 Uhr Peter Biesenbach (CDU-Fraktionvize) sagte unserer Redaktion gegenüber, dass er am heutigen Tag noch nichts gegessen hat. "Ich habe noch nicht mal gefrühstückt. Bin ganz früh heute außer Haus, um mich auf die Sitzung vorzubereiten."
+++ 14.35 Uhr Adolf Sauerland will kurz vor der Sitzung den Medien ein kurzes Interview geben. Das Medienaufkommen ist sehr groß. Auf den Fluren des Landtages tummeln sich Hunderte Presseleute und Kamerateams.
+++ 14.27 Uhr Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion hat große Erwartungen an den Innenausschuss. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Biesenbach kurz vor Beginn der Sitzung, dass er vor allem drei Fragen geklärt haben möchte. 1. Konnte die Stadt Duisburg die Loveparade mit gutem Gewissen genehmigen? 2. Wieso wusste Inneminister Ralf Jäger (SPD) gegen 17 Uhr noch nichts von der Katastrophe, obwohl er auf der Loveparade war? 3. Hat die Polizei sich an die Auflagen gehalten, die vorher vereinbart wurden? Wenn nicht, wieso nicht?
+++ 13.12 Uhr: Die Beteiligten sollen sich kritischen Fragen zu ihren Zuständigkeiten im Zusammenhang mit der Katastrophe stellen. Außerdem werden die von Stadt und Innenministerium in Auftrag gegebenen Gutachten eine Rolle spielen, die gestern vorgestellt worden waren.
+++ 12.45 Uhr: In der Diskussion um die Verantwortung hat der Anwalt der Opfer, Gerhart Baum, die wechselseitigen Schuldzuweisungen zwischen Veranstalter, Polizei und Stadt scharf kritisiert. "Die Menschen, die betroffen sind, sind geradezu angewidert von dem Versuch der Beteiligten, jegliche Verantwortung von vornherein von sich zu weisen", sagte er.
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