Duisburg: Radioaktiver Stahl in Wanheim
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 20.02.2009Duisburg (RPO). Auf dem Gelände der Gesellschaft für Nuklear-Service in Wanheim werden fünf Tonnen radioaktiv kontaminiertes Material für ein halbes Jahr zwischengelagert. Der kontaminierte Stahl sei jedoch keine Gefahr für die Duisburger.
Wanheim Seit einigen Tagen lagern fünf Tonnen radioaktiv verstrahlten Schrotts auf dem Gelände der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Wanheim. "Wir wurden von der Bezirksregierung Arnsberg beauftragt, den Container hier zwischenzulagern. Bei der geringen radioaktiven Strahlung der Schrottmasse ist es mit unserer Betriebserlaubnis kein Problem, den Behälter in Duisburg zwischenzulagern", sagte gestern GNS-Sprecher Michael Köbl unserer Zeitung.
Der Container mit radioaktiv kontaminiertem Material sei verplombt und würde auch vor Ort nicht geöffnet. "Wir wissen nicht ganz genau, was da drin ist. Das müssen wir auch gar nicht, da wir die Strahlung von außen gemessen haben." Sicher ist, dass es sich um Stahl handelt, der mit dem Isotop Kobalt 60 versetzt wurde. Doch Gefahr für Anwohner bestehe nicht.
Kobalt
Kobalt ist ein chemisches Element mit dem Symbol 27Co .
Das radioaktive Isotop Kobalt 60 dient als Gamma-Strahler für Krebstherapie, Konservierung und Durchstrahlungsprüfung.
Während kleine Überdosen für den Menschen nur wenig giftig sind, führen größere Überdosen zu Haut-, Lungen-, Leber-, Nieren- und Herzschäden sowie Krebsgeschwüren.
Die Strahlung betrage rund 30 Becarel pro Gramm, so Köbl. Kleidung, die in Kernkraftwerken getragen werde, könne mit bis zu 100 000 Becarel pro Gramm kontaminiert sein, wenn sie bei der GNS ankomme. "Die Gefahr des Containerinhaltes für die Duisburger beläuft sich auf Null", so Köbl.
Kontaminierter Stahl aus Indien
Anscheinend handelt es sich bei den fünf Tonnen, die momentan auf dem GNS-Gelände liegen um einen Teil von 150 Tonnen radioaktiv verseuchter Metallteile aus Indien. Wie das Wochenmagazin "Spiegel" berichtete, hätten die Behörden das strahlende Material in zwölf Bundesländern entdeckt. Unter Berufung auf einen internen Vermerk aus dem Umweltministerium berichtete der "Spiegel", fünf Tonnen Edelstahlspäne hätten den gesetzlichen Grenzwert so deutlich überschritten, dass sie der Gesellschaft für Nuklear-Service übergeben werden mussten.
"Eigentlich haben wir mit solchen Materialien in Duisburg nichts zu tun", berichtet Köbl. "Doch wenn in Nordrhein-Westfalen solche Funde auftauchen, haben wir die Genehmigung, diese 'zur Sicherstellung' bei uns aufzubewahren."
Der kontaminierte Stahl soll ein halbes Jahr lang in Duisburg zwischengelagert werden. Die Genehmigung für den Standort Duisburg würde aber auch eine zwei- bis vierjährige Lagerung ermöglichen, wie Köbl berichtet. Momentan verhandele das Umweltministerium mit den indischen Firmen, die den Stahl geliefert hatten, um eine mögliche Rücknahme des Stahls.
Wie mit der kontaminierten Masse dann weiter verfahren werde, stehe zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht fest, sagt der GNS-Sprecher.
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