Duisburg: Radiosendung live aus dem Medienbunker
VON GABI ADRIAN - zuletzt aktualisiert: 23.08.2010Duisburg (RPO). Als er mit der Schule fertig war, kannte er nur noch ein Ziel: weg aus Marxloh! Inzwischen ist Halil Özet zurückgekehrt zu seinen Wurzeln. Im Jugendprojekt "next generation" von Ruhr.2010 betreut der Geschäftsführer der P.Y.P. Film- und Fernsehproduktions- GmbH Jugendliche, die sich kreativ mit ihrer Gegenwart und Zukunft im Revier auseinandersetzen, sei es mit Theaterstücken, mit Musik oder eben durch Medienarbeit.
Zehn Zukunftshäuser wurden im Rahmen des Projektes "errichtet", eines davon im Medien-Bunker Marxloh, auch Geschäftssitz der P.Y.P.. "Ich wollte Vorbildfunktion übernehmen für die Jugendlichen in unserem Stadtteil", erläutert Özet, der auch das Label "Made in Marxloh" erfand und die 100 Bräute zum Stillleben auf die A 40 schickte. Sein Lebensweg beweist, dass es für Marxloher Jugendliche auch noch eine Karriere-Chance jenseits der Werkstore von Thyssen-Krupp gibt.
Am Samstag waren der Stadtteil Marxloh, seine Einwohner und die vielen kleinen und großen Wunder, die tagtäglich dort geschehen, Thema der Sendereihe "Deutschlandrundfahrt", die Deutschlandradio Kultur ab 15.05 Uhr live vom Medienbunker ausstrahlte. Olaf Kosert führte durch die kurzweilige Sendung und ließ dabei sowohl Vertreter der Kirchen, der Moscheegemeinde und von Ruhr.2010 zu Wort kommen als auch jugendliche Teilnehmer der "next generation".
Helen Pente rutschte durch ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in das Projekt im Medienbunker. Sie interessierte sich für den Beruf der Fotografin. Nach dem Praktikum ist sie irgendwie "kleben geblieben" im Medienbunker und engagiert sich weiterhin. Auch am Samstag war sie wieder mit ihrer Kamera dabei. Die 2008 geweihte und als "Wunder von Marxloh" bezeichnete DITIB-Merkez-Moschee stand im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde. "Eigentlich ist Normalität nicht lobenswert und nicht als Wunder zu bezeichnen", bemerkte die Journalistin und künstlerische Direktorin von Ruhr.2010, Asli Sevindim, die in Marxloh aufgewachsen ist, allerdings könnten andere Städte aus Duisburg lernen. "Hier stimmte einfach eine Zutat", so Sevindim, "Menschen, die nicht nur eigen orientiert sind und kommunizieren können".
Wolfgang Köhler, Vertreter der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul, freute sich über den Bau der Moschee. "Hier in Marxloh wurde zuerst an Menschen und nicht an Steine gedacht." Muhammed Al, Vorstandsvorsitzender der DITIB-Merkez-Moscheegemeinde, ist stolz auf das neue Gotteshaus, das seit der Eröffnung vor 18 Monaten schon 200 000 Besucher begrüßen durfte. "Unsere Moschee gehört allen Duisburgern, sie soll Frieden stiften", bemerkte er.
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