Duisburg: Rainer Bischoff: Brüssel wäre eine Herausforderung
zuletzt aktualisiert: 06.02.2008Duisburg (RPO). Seit fast acht Jahren vertritt Rainer Bischoff den Duisburger Westen im Düsseldorfer Landtag. Nun lockt ihn politisches Neuland: Bischoff möchte ins Europaparlament nach Brüssel. Im Juni 2009 finden die Europawahlen statt. „Das wäre eine echte Herausforderung“, sagte Bischoff im Gespräch mit unserer Zeitung.
Schon seit längerer Zeit wird gemunkelt, dass sich der Rheinhauser im Landtag nicht mehr ganz wohl fühle. Zunächst Fraktionssprecher für Gesundheit und Soziales, musste er nach Differenzen innerhalb der Fraktion Anfang vergangenen Jahres den Bereich Sozialpolitik abgeben. Kurze Zeit später trat er von selbst auch als gesundheitspolitischer Sprecher zurück. Die Affäre habe ihm weh getan, sagt Bischoff heute. Eine „Landtags-Müdigkeit“ verspüre er aber dennoch nicht. Er fühle sich nach wie vor wohl in Düsseldorf. Für die EU-Ambitionen gibt Bischoff vielmehr „persönliche Beweggründe“ an: „Ich werde 50 und möchte gerne noch mal etwas ganz Neues machen.“
Vom SPD-Vorstand angesprochen
Dass sein Drang nach Neuem ihn nach Brüssel führen könnte, darauf sei er allerdings nicht von selbst gekommen, berichtet Bischoff: . „Ich wurde vom Vorstand des SPD-Unterbezirks Duisburg angesprochen, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte.“ Gesucht wird ein Nachfolger für den SPD-Europaabgeordneten Klaus Hänsch, der bereits vor längerer Zeit angekündigt hat, nicht mehr zu kandidieren. Eigentlich habe er sich Bedenkzeit bis Mai erbeten, so Bischoff. Dass er dann doch schon jetzt zugesagt habe, liege auch daran, dass Konkurrenz im eigenen Duisburger SPD-Lager aufgetaucht sei. So hätten auch Brigitte Timmer (SPD Rumeln-Kaldenhausen) und Norbert Fabian (SPD Bergheim) Interesse an einer Kandidatur bekundet.
Starke Konkurrenz
Bischoff ist ebenfalls Vorsitzender des DGB Niederrhein. Sollte er es tatsächlich ins Europaparlament schaffen, so Bischoff, werde er diesen Posten abgeben müssen. Vor den Europawahlen müsste Bischoff freilich einige andere hohe Hürden nehmen. So ist nicht nur die Konkurrenz aus Duisburg stark – Brigitte Timmer verfügt als Vorsitzende des SPD-Arbeitskreises Europa in Duisburg und der Europa-Union über einschlägige Erfahrungen. Auch gegen mögliche Kandidaten aus anderen Städten müsste sich Bischoff erst innerparteilich durchsetzen. „Hänsch vertritt in Brüssel den ganzen Regierungsbezirk Düsseldorf mit insgesamt 15 Unterbezirken“, erläutert Bischoff. Seine Chancen schätzt er deshalb eher bescheiden ein. Es sei wohl wahrscheinlicher, dass er in Düsseldorf bleibe statt nach Brüssel zu gehen.
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