Duisburg: Rasselnde Geister auf der Bühne
VON SARAH LÜNING - zuletzt aktualisiert: 26.10.2007Duisburg (RPO). Auf der Bühne des Theaters am Marientor (TaM) geht es hoch her. Geister rasseln mit ihren Ketten und stören Ebenezer Scrooge um Mitternacht in seinem Schlafzimmer. Doch die Geister tragen Trainingsanzüge und außer ein paar wenigen Requisiten ist die Bühne leer. Bei dieser untypischen Darbietung handelt es sich allerdings auch erst um die Proben des Musicals „Der Geist der Weihnacht“, das vom 22. November bis zum 30. Dezember im TaM läuft. Bis dahin wird geprobt, Text gelernt und sich mit dem Musicalablauf vertraut gemacht.
Besonders für Jasmin Wagner (sie spielt den Engel) ist die Theaterwelt noch neu. „Ich lerne gerade Theatersprache,“ lacht die 25-Jährige und erklärt, dass es „putzen“ heißt, wenn die Künstler bei einer Probe von der künstlerischen Leiterin Mary C. Bernet korrigiert werden. Noch stehen die Proben ganz am Anfang und es muss noch einiges „geputzt“ werden.
Für den gesanglichen Part ist dabei der musikalische Leiter Wolfgang Wilgner verantwortlich. Aus diesem Grund geht es für die drei Hauptdarsteller Felix Martin („Scrooge“), Werner Bauer („Marley“) und Jasmin Wagner nach der Bühnenprobe direkt weiter zur Gesangsprobe, bei der an diesem Tag an dem Lied „Halt den Mond in seiner Bahn“ gearbeitet wird. Erst werden die drei mit dem Klavier begleitet, anschließend spielt die Musik vom Band. „Das ist schwieriger, denn man muss sich dem Tempo anpassen und hat keine Variationsmöglichkeiten“, erklärt Felix Martin. Immer wieder setzten die Künstler neu ein und besprechen nach jedem Durchgang die Feinheiten mit dem musikalischen Leiter. Mal soll ein Einsatz kräftiger sein, mal rutscht ein Sänger eine Spur zu hoch mit der Stimme.
Auch an Kostüm und Make-up muss gedacht werden und kurz vor der Premiere beginnen die Proben im Bühnenoutfit. Damit bei den Vorstellungen kein Fehler passiert und die Darsteller ein falsches Kostüm oder Accessoire tragen, wird in der Kostümabteilung ein Polaroid von allen Künstlern in voller Garderobe gemacht. Jasmin Wagner hat sogar zwei Kostüme, das Engelskostüm und ein veilchenblaues Kleid, und muss deren Wechsel üben, da während der Aufführung nur wenig Zeit zwischen den Auftritten bleibt.
Während der intensiven Probenzeit kommt sich das Ensemble und das gesamte Team sehr nahe und man lernt sich gut kennen. Besonders ist allerdings, dass viele auch noch ihre spärliche Freizeit miteinander teilen. Ein Teil des Ensembles wohnt nämlich zurzeit noch gemeinsam in einer Residenz in Uhlenhorst an der Grenze zu Duisburg.
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