Duisburg mit Video: Rat diskutiert über Sauerland
zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 11:12Am 13. September wird im Duisburger Rat über die Abwahl Adolf Sauerlands entschieden. Am heutigen Montag berieten die Ratsmitglieder bereits heftig über die Zukunft des Oberbürgermeisters.
Die Sitzung des Duisburger Stadtrates bildete am Montagnachmittag die Stimmung ab, die bezüglich der Loveparade-Katastrophe vor sechs Wochen in der Bürgerschaft herrscht. Ein kleines Grüppchen Protestierender forderte vor dem Rathaus Oberbürgermeister Adolf Sauerland zum Rücktritt auf, eine größere ermunterte ihn, im Amt zu bleiben.
Im Ratssaal verlangte ein Sprecher der Angehörigen der 21 Getöteten von Sauerland, die politische Verantwortung zu übernehmen; der Vertreter einer Bürgerinitiative, die 10 000 Abwahl-Unterschriften gesammelte hatte, sieht in einer OB-Neuwahl durch die Bürger den richtigen Weg. Die Ratsfraktionen begründeten in teils sachlichen, teils emotionalen Stellungnahmen, was sie vom Stadtoberhaupt erwarten.
SPD, FDP und Linke im Rat der Stadt haben bereits einen Abwahlantrag gestellt, über den am kommenden Montag im Stadtrat abgestimmt wird. Die Sitzung sollte dazu dienen, die Ratsmitglieder über den Inhalt des Abschlussgutachtens zu informieren, dass die Stadt wie berichtet in Auftrag gegeben hatte. Doch vor diesen sachlichen Erläuterungen bezogen die Fraktionen von SPD, CDU, Linken, Grünen und FDP bereits Position.
Eine Resolution der SPD, in der die Betroffenheit der Stadt und der Dank für die Anteilnahme formuliert waren, fand die Unterstützung des Rates. Die CDU-Fraktion will einen Untersuchungsausschuss im Landtag, die SPD, dass OB Sauerland abtritt. Die FDP sieht dies ähnlich, die Ratsvertreter der Grünen sind noch unschlüssig. Für die Linke ist die Schmach, dass der OB immer noch im Amt ist, schon jetzt so groß, dass eines ihrer Mitglieder ihm gestern vorwarf, es sei unerträglich, dass er die Sitzung überhaupt noch leite.
Für eine Abwahl von Sauerland müssten am kommenden Montag mindestens 50 der 74 Ratsmitglieder die Hand heben. Das gilt als ausgeschlossen.
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