Duisburg: Realität sieht oft anders aus
VON KATHARINA BÖCKER - zuletzt aktualisiert: 03.07.2008Duisburg (RPO). Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen DSL-Internetanschluss, der häufig aber nur langsam in Schwung kommt. Die Verbraucherberatung nimmt Schwachstellen unter die Lupe und bietet Rechtsberatung an.
Online-Umfrage
Bis zum 7. September können DSL-Kunden über ihre Erfahrungen berichten: www.vz-nrw/dsl-umfrage.
Weitere Informationen gibt es bei der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Straße 5, 47051 Duisburg, % 0203 362249, Fax 0203 362205, E-Mail: duisburg@vz-nrw.de, www.verbraucherzentrale-nrw.de.
Im Bereich der Telekommunikation kommt es vor allem bei High-Speed-Internetanschlüssen immer öfter zu Problemen. Darauf machte gestern die Verbraucherzentrale Duisburg aufmerksam.
Zahlreiche Anbieter stellen den schnellen DSL-Internetanschluss zur Verfügung. Nur die Deutsche Telekom, Versatel, Arcor und Hansenet verfügen über eigene Breitbandnetze, die anderen Anbieter nutzen diese als so genannte „Reseller“. Neben Bearbeitungsengpässen aufgrund der großen Nachfrage ist das ein Grund für lange Wartezeiten bis zur Freischaltung des Anschlusses. Es kommt häufig zu einer gestörten Kooperation zwischen dem Reseller und dem Anbieter, der das Breitbandnetz zur Verfügung stellt. „Zunächst sollte man sich vergewissern, wofür man das Internet nutzen möchte“, sagt Nina Schwirz, Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale.
Für kleine Aktivitäten wie das Lesen und Versenden von E-Mails reicht eine langsame Verbindung aus. Um beispielsweise aufwändige Onlinespiele zu spielen, sollte man sich jedoch eine schnelle Verbindung zulegen. Außerdem sollte man die verschiedenen Anbieter untereinander vergleichen.
Kleingedrucktes lesen
Wichtig ist auch, sich den Vertrag aufmerksam durchzulesen und Kleingedrucktes sowie durch kleine Sternchen markierte Verweise zu beachten, die mögliche versteckte Kosten aufzeigen.
Eine weitere Vertragsfalle lauert laut Verbraucherzentrale am Telefon: Immer häufiger kommt es hier zu oft ungewollten Vertragsabschlüssen.
„Freundliche Mitarbeiter eines Telefon- bzw. Internetanbieters bieten neue, bessere Verträge an. Da hier keine Unterschrift notwendig ist, sind sich vor allem ältere Menschen oft nicht bewusst, dass lediglich durch das Wort ,ja’ ein Vertrag abgeschlossen werden kann“, hieß es gestern beim Pressegespräch.
Nach einigen Tagen erhält man eine schriftliche Benachrichtigung über den Neuvertrag. Ist das nicht im Sinne des Verbrauchers, ist es wichtig, innerhalb der zweiwöchigen Frist einen Widerruf per Einschreiben mit Rückschein an den Anbieter zu senden. Das sei kostenpflichtig, schütze jedoch vor einem weitaus teureren Neuvertrag, so Nina Schwirz. Im besten Fall sollte man das Gespräch möglichst schnell beenden. In dem Tarif-dschungel der verschiedenen Anbieter werde man in der Werbung oft auf ein Angebot aufmerksam, das weit günstiger scheine als das eigene.
Hedwig Kersken, Leiterin der Verbraucherzentrale Duisburg, wies darauf hin, dass man vor Ende des bestehenden Vertrags keinen neuen bei einem anderen Anbieter abschließen sollte, da der alte bestehen bleibt. Dasselbe gilt auch für den Fall eines Umzugs, bei dem die DSL-Verbindung nicht mitgenommen werden kann. Hier sollte man sich an den betreffenden Anbieter wenden.
Bei solchen Problemen hilft die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale. Etwa jede zweite Beratung betrifft dort den Bereich der Telekommunikation.
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