Duisburg: Rechtspopulisten: Demo gegen Sauerland
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 28.08.2010 - 16:27Die Rechtspopulisten "Pro NRW" protestierten am Samstagmorgen gegen Bürgermeister Adolf Sauerland. Vor dem Duisburger Rathaus hatten sich außerdem rund 350 Menschen zu einer Gegenkundgebung eingefunden. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat am Rande der Demonstration erneut den Polizeieinsatz auf der Loveparade verteidigt.
Mehr als 250 Menschen haben am Samstag in Duisburg nach Polizeiangaben auf einer Kundgebung des DGB gegen einen Aufmarsch der rechten Gruppierung Pro-NRW demonstriert. Hinzu kamen rund 100 Teilnehmer des Duisburger "Netzwerks gegen Rechts".
Innenminister Jäger war als Zuschauer zu der Protestaktion gegen "Pro NRW" vor das Duisburger Rathaus gekommen. Er erklärte, dass er die Schuld für die Loveparade-Katastrophe, bei der 21 Menschen starben, weiter bei der Stadt Duisburg und dem Veranstalter Lopavent."Der Veranstalter muss die Frage beantworten, wieso er sich nicht an die Sicherheitsauflagen gehalten hat", sagte im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die Polizei ist nicht verantwortlich für die Tragödie." Mögliche Kommunikationspannen bei den Beamten seien nicht der Grund für die 21 Todesopfer, erklärte Jäger weiter.
Der Innenminister sagte, Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland müsse einen möglichen Rücktritt "für sich selbst klären." Aber er solle den Ratschlag des Bundespräsidenten beherzigen, meinte Jäger weiter. Christian Wulff (CDU) hatte Sauerland öffentlich den Rücktritt nahegelegt. Gespannt blickt Jäger auf die Sitzung des Innenausschusses am 2. September. Dort werden auch Sauerland und Veranstalter Rainer Schaller sprechen. "Dann müssen Sauerland und Schaller unbequeme Fragen beantworten."
Veranstalter Rainer Schaller von Lopavent hatte kurz zuvor angekündigt, dass er die Bilder der Überwachungskameras vom Loveparade-Unglück im Internet veröffentlichen will. Schaller sieht die Verantwortung für die Tragödie weiter bei der Polizei.
"Wir brauchen eure Parolen nicht"
Gegen die Kundgebung der Rechtspopulisten hatten sich rund 350 Menschen vor dem Rathaus versammelt. "Pro NRW" nutzte die Loveparade-Katastrophe als Aufhänger, um gegen Adolf Sauerland zu protestierten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und sperrte die Straßen rund um das Rathaus weiträumig ab.
Duisburgs Alt-OB Josef Krings (SPD) stellte in seiner Rede unmissverständlich klar, dass "rechtsextreme Populisten" nichts in Duisburg zu suchen hätten. "Wir brauchen eure Parolen nicht", so Krings. Die Demonstrationen verliefen friedlich.
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