Duisburg: Regen über der Regattabahn
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 10.08.2007Duisburg (RPO). Von dem „Summer of Culture“ am Rande der Kanu-WM bleibt momentan nur die „Culture“ (Kultur) übrig. Überall sind von Französisch bis Asiatisch allerlei Sprachfetzen zu hören. Allein: Vom Sommer keine Spur. Mal peitscht der Regen, mal nieselt es, mal hängen die Tropfen wie Nebel in der Luft. Über den Köpfen herrscht ein undurchdringliches Grau.
Dementsprechend wenige Leute verirren sich auf die WM-Plaza. Mit Wehmut denkt Wolfgang Terjung von Dettmann’s Restaurant an die World Games zurück: „Damals war unser Stand schon zur Mittagszeit überfüllt – jetzt sitzt hier nur ein Gast.“ Sollten die Wetterprognosen eintreffen, rechnet Terjung nicht damit, am Ende der WM in den schwarzen Zahlen zu sein. „Obwohl die Resonanz für diese Verhältnisse noch relativ gut ist“, findet er. Für diese Verhältnisse – dieser Satz trifft auch auf die Besetzung der Zuschauertribünen zu. Schon bei den Vorläufen fiebern mehr Menschen mit, als anzunehmen gewesen wäre.
Währenddessen treiben die Athleten ihre Paddel ins Wasser. Gewadiy Zwyew verfolgt das Geschehen missmutig. Er ist Trainer der lettischen Kanuten und hätte gerne mehr Rückenwind. Der Regen ist ihm relativ egal. „Der beeinflusst die Resultate nur minimal“, sagt er. Es dürfe nur nicht noch schlechter werden. Das ist auch das letzte, was Ariela Pinto will. Die Brasilianerin fürchtet weniger das Wasser vom Himmel als die Kälte auf der Regattabahn. „Die ist schon ein Problem“, gibt sie zu. Ein bisschen wärmer hätte die Sportlerin den deutschen Sommer schon erwartet.
Doch der Duisburger August verkommt fast zum neuseeländischen Winter, findet zumindest Wendy Taylor. „Bei uns ist es jetzt ein wenig kühler, okay, aber genauso nass.“ Für sie hat sich der weite Weg trotzdem gelohnt. Immerhin ist sie allein wegen ihrer Tochter gekommen – die für die Nationalmannschaft startet. Taylor verschönert sich den trüben Tag mit einer Tasse Kaffee.
An einem solchen Getränk möchte sich auch Jesus Garcia Pallarez erwärmen. Dafür muss der spanische Kanut nur noch ein paar Sprachbarrieren am Verpflegungspavillon überwinden. Doch dafür ist der „Summer of Culture“ ja da.
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