Duisburg: Regionale Konjunktur mit Rekordwert
zuletzt aktualisiert: 09.02.2011 - 09:38Duisburg (RPO). Die Erwartungen der hiesigen Firmen sind gewaltig: Aktuell ist der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK), der die regionale wirtschaftliche Lage sowie die Erwartungen der Unternehmen zusammenfassend widerspiegelt, auf den bisherigen Höchststand von 127 Punkten angestiegen (Herbst 2010: 124).
Dies ergab eine jetzt durchgeführte Umfrage der IHK, an der sich rund 280 Unternehmen mit 45 000 Beschäftigten beteiligt hatten. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung am Niederrhein geht es seit nunmehr einem Jahr konstant aufwärts. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt, die Investitionsbereitschaft nimmt weiter zu, und der Aufschwung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.
Laut IHK-Umfrage sind 89 Prozent der Betriebe mindestens zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation, darunter vergeben 38 Prozent sogar die Konjunkturnote "gut". Ein Grund hierfür ist die Auftrags- und Ertragslage, die sich im Jahresverlauf spürbar verbessert hat. Auch für die kommenden Monate gehen die Unternehmen davon aus, dass das Wachstum anhält, jedoch mit verringerter Stärke. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: "Die wirtschaftliche Erholung findet auf breiter Basis statt. Das zeigt sich auch in den Plänen vieler Betriebe, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen."
Der Vergleich mit der Talsohle im Krisenjahr 2009 (77 Punkte) verdeutlicht dabei sowohl Ausmaß als auch Tempo des wirtschaftlichen Wachstums. Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sei mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen. so die IHK. Dafür sprächen die gegenwärtig gute Ausgangslage, der Nachfrageschub, das niedrige Zinsniveau und die zunehmende Zahl offener Stellen. So kommen derzeit auf jedes Unternehmen, das mit einer Abschwächung rechnet, fünf Betriebe mit positiven Erwartungen. Es werden aber auch Risiken für die weitere Entwicklung gesehen. Dazu gehören die steigenden Energie- und Rohstoffkosten, der sich verstärkende Fachkräftemangel und die Diskussion um die Stabilität in der Eurozone.
Die günstige Beschäftigungssituation stärke die Kaufkraft, und die Investitionsausgaben nähmen im Zuge des Aufschwungs deutlich zu. Beides führt zu einem Nachfrageschub. Nach Branchen unterteilt ergibt sich folgendes Bild: In der Industrie verzeichnet mittlerweile jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) steigende Auftragseingänge. Dieser Anteil hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. In der regional prägenden Metallindustrie liegt der Anteil der positiven Stimmen derzeit sogar bei einem Spitzenwert von 76 Prozent. Entgegen dem Trend hinkt die Bauwirtschaft der Aufwärtsentwicklung noch hinterher.
Im Dienstleistungsbereich kommen auf jedes Unternehmen mit Umsatzeinbußen mehr als vier Betriebe mit steigenden Einnahmen. Auch der Handel meldet Zuwächse. Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. So kommen auf jeden Betrieb, der für 2011 von einer eher rückläufigen Belegschaftszahl ausgeht, nahezu zwei Betriebe mit positiven Beschäftigungserwartungen. Noch vor einem Jahr war dieses Verhältnis genau umgekehrt.
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