Duisburg: Religiöse Wohngemeinschaft
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 23.08.2008Duisburg (RPO). Neben der Karmelkirche ist die „Kommunität am Innenhafen“ zu finden. In der karmelitanischen Gemeinschaft leben Männer und Frauen, Ordensbrüder und Laien unter einem Dach. Sie teilen ein Interesse am spirituellen Leben.
„Wir wollen den Versuch wagen offen zu sein – offen für Männer, Frauen und Paare, die in einer Gemeinschaft leben wollen, in der Menschen füreinander da sind“, erklärt Pater Hermann Olthof, Rektor der Karmelkirche im Innenhafen.
Das Interesse am spirituellen und gemeinschaftlichen Leben steht im Mittelpunkt der karmelitanischen Initiative „Kommunität am Innenhafen“. Dort, am Karmelplatz, direkt neben der Karmelkirche, leben neun Männer und Frauen, Ordensbrüder und Laien, unter einem Dach – in getrennten Wohnungen.
„Wir treffen uns einmal im Monat zu einem gemeinsamen Frühstück und zu einem abendlichen Beisammensein. Dort sprechen wir über den Glauben und auch übereinander“, so Pater Hermann Olthof, der ebenfalls in den Kommunität lebt.
Leben in Gemeinschaft
In der „Kommunität am Innenhafen“ sind noch einige Wohnungen frei. Wer Interesse an einer spirituellen Lebensweise hat und zum Leben in der Gemeinde beitragten möchte, kann sich bei Pater Hermann Olthof unter Tel. 0203 26409 melden.
Noch bis 2002 war in dem ehemaligen Kloster ein Karmelitinnenorden, der jedoch aus Altersgründen aufgelöst werden musste, zu finden. Das Kloster wurde fast komplett entkernt und in elf separate Wohneinheiten umgewandelt. „Meinen Mitbrüdern und mir bot sich hier die Gelegenheit, das Konzept einer neuen Gemeindeform zu verwirklichen, die dem traditionellen Ordensleben neue innovative Möglichkeiten gegenüber stellt und die karmelitanische Spiritualität bewahrt“, erklärt Pater Hermann Olthof. Dies sei ein Konzept, das ihn Hoffen lasse, so der Rektor der Karmelkirche. „Die Kirchlichkeit der Menschen nimmt vielleicht ab, aber nicht die Religiosität. Die Menschen bleiben immer auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.“
Die Wohneinheiten direkt neben der Karmelkirche liegen nicht nur zentral zur Innenstadt, sie verfügen auch über Gemeinschaftsräume und zwei Gäste-Appartements. Ein Innenhof mit Garten, der gemeinsam genutzt wird, wirkt wie ein Quell der Ruhe.
Professor Franz-Josef Nocke lebt seit September 2007 in der karmelitanischen Kommunität. „Wir versuchen in unserer Gemeinschaft einen Weg zwischen Nähe und Distanz zu finden. Ich war schon lange Mitarbeiter in der Karmel Gemeinde und entschloss mich, hierher zu ziehen, um noch besser mit dem Gemeindeteam zusammen arbeiten zu können“, so der emeritierte Professor für katholische Theologie.
Jedes der Mitglieder der Kommunität versucht, Aufgaben in der Gemeinde zu übernehmen. Renate Reichert beispielsweise hat Kontakt zu fast allen Gemeindemitgliedern und ist eine der Initiatorinnen des Projekts. „Ich hatte das Bedürfnis, mit Menschen unter einem Dach zu wohnen, welche die gleiche Grundhaltung haben wie ich. „Miteinander zu leben und Füreinander da zu sein, das ist der Geist unserer Gemeinschaft.“
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